Pumpe-Stich: KG Narrenzunft: Schule wird Hochburg närrischer Feierlaune

Pumpe-Stich : KG Narrenzunft: Schule wird Hochburg närrischer Feierlaune

Was in der nordrhein-westfälischen Landespolitik mehr oder minder gut funktioniert, wird in Pumpe-Stich zum Erfolgsrezept: Rot-Grün hat hier nicht so sehr etwas mit Koalitionen zu tun — es sind die Vereinsfarben der KG Narrenzunft. Deren Aktive wiederum hatten in die Aula der Waldschule zur Kostümsitzung eingeladen.

Scharen von Jecken längst nicht nur aus dem Stadtteil von Eschweiler kamen und verwandelten die Schule in eine Hochburg der guten (will sagen: närrischen) Laune. Präsident Stephan Lenzen und seine engagierten Mitstreiter brauchten jedenfalls nicht viel Mühe aufzuwenden, um die Menschen im Saal auf Touren zu bringen. Das erwies sich schon beim Einzug der Uniformierten: Der Musikzug, der seit dem Mai vergangenen Jahres für schallendes Blech und unüberhörbare Trommelschläge sorgt, zelebrierte unüberhörbar seinen Auftritt und verschaffte mit klingendem Spiel dem restlichen Tross Aufmerksamkeit und Respekt.

Erstmals mit von der Partie: der neu formierte Musikzug der KG Narrenzunft Pumpe-Stich bei der Kostümsitzung in der Aula der Waldschule.

In seiner mit launigen Seitenhieben auf aktuelle Ereignisse gespickten Begrüßungsrede wies der bestens aufgelegte Präsident Stephan Lenzen ausdrücklich auf diese Erweiterung des karnevalistischen Angebotes hin — und auch darauf, dass die Arbeit der Narrenzünftler jetzt auch von einem Förderverein unterstützt wird. Doch damit des Neuen bei den Pumpe-Stichern nicht genug: Mit Nina Lenzen, der Tochter des Präsidenten, und Adi Pielenga können sie zudem ein neues Tanzpaar aufbieten.

Mit kühnen Sprüngen und Hebefiguren zeigte das Duo, dass sie gut auf einander eingespielt sind und ihre Kunst sehr gut verstehen. Auf solistischem Gebiet konnte Vanessa Jungbluth, das Tanzmariechen der Gastgeber, voll und ganz dagegen halten. Garde, Frauengruppe und Männerballett rundeten den Eindruck ab, dass die Narrenzunft nachgerade umfassend gut aufgestellt ist. An Talenten gibt es hier jedenfalls kaum einen Mangel.

An Gästen, die das Publikum begeistern können, mangelte es dabei noch lange nicht. Mit Holger Müller alias „Ausbilder Schmidt“ war dabei ein richtiger Star des Kleinkunst-Metiers im Aufgebot. An furioser Musikalität waren die „Unkeler Ratsherren“ nicht zu überbieten. Von kölschen Stimmungsliedern bis zu fetzigem Dixie-Sound: Mit Pauke, Trompeten und Posaunen hatten die Künstler vom Mittelrhein einen ganzen Bauchladen voller Klänge zu bieten.

Für eine ähnliche Bandbreite sorgten darüber hinaus die Fanfarentrompeter der Burgwache Nothberg sowie — und das den ganzen Abend lang — Holger Gilles und sein Orchester, die „HSO-Band“. Für Heiterkeit und manchen Tusch sorgten zudem die Zwiegespräche von „Botteram un Canapee“ sowie „Os känt os“.

Prinz Christian und die Gastgesellschaft des Abends, die Narrengarde Dürwiß, sorgten für weitere Glanzlichter. Karneval — so steht nach diesem Abend fest — verstehen die Narren in der Waldschule zu Pumpe-Stich nicht minder temperamentvoll zu feiern als die Gleichgesinnten in den Sartory-Sälen oder dem Gürzenich zu Köln.

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