Eschweiler: Keine Gnade für Ambrosius Claudius Äezebär

Eschweiler: Keine Gnade für Ambrosius Claudius Äezebär

Die Anschuldigungen wogen schwer: „Der Angeklagte hat es geschafft, die Menschen in Weisweiler, den umliegenden Ortschaften sowie der Stadt Eschweiler in einen fieberhaften Zustand zu versetzen. Sämtliche Fastelovendsjecke hatten keinen anderen Gedanken mehr, als überall nur Freude zu verbreiten. Die Arbeit kam vollständig zum Erliegen, einzig und allein haltloses Feiern konnte in den vergangenen drei Tagen verzeichnet werden!“

So lautete die Forderung von Ankläger Helmut Brief im Prozess gegen Ambrosius Claudius Äezebär: „Tod durch Verbrennen!“ Eine Meinung, der sich schließlich die Geschworenen um Prinz Wolfgang II. und Zeremonienmeister Frank widerwillig anschlossen. Wenig später wurde das Urteil auch sogleich vollstreckt. Trotz lautstarker Proteste des zahlreich erschienenen närrischen Volkes, ging der Unhold Claudius Ambrosius Äezebär in Flammen auf.

Die Geschworenen um Prinz Wolfgang II. und Zeremonienmeister Frank rangen sich nach langer Beratung schließlich durch, den Forderungen des Anklägers nachzugeben. Foto: Andreas Röchter

Dabei hatte sich Verteidiger Marcel Römer vehement für seinen Mandanten ins Zeug gelegt: „Denkt doch zurück an die tollen Sitzungen und Bälle, die prachtvollen Auftritte in unserer Mutterstadt und vor allem an den närrischen Lindwurm, der sich am Rosenmontag durch die Straßen Eschweilers schlängelte. Menschen hatten sich eingehakt, schunkelten und sangen miteinander, keene woahr demm Angere singe Düvel. Überall herrschte Herzlichkeit und unbändige Fröhlichkeit. Und dort, wo Prinz Wolfgang II. und Zeremonienmeister Frank auftraten, herrschte jede Menge gute Laune, Stimmung und Spaß an der Freud, denn die zwei haben das Motto Jubel, Trubel, jecke Tön. „Eischwiele, wat biss du schön in die Tat umgesetzt und gelebt“, hob der Verteidiger die positiven Seiten des Angeklagten hervor. Umsonst, denn der Ankläger wusste nachzulegen: „Es wurde beobachtet, wie Ambrosius Claudius Äezebär versuchte, unbescholtene Karnevalisten mit Lagen von Pils und Kölsch, sowie die lieblichen weiblichen Anhängsel mit kleinen Klopfern abzufüllen!“

Zum Glück sei das hinterhältige Treiben rasch durchschaut und unter Führung des kampferprobten Kommandanten Lothar Kerrinnis nach hartem, aber fairen Kampf beendet worden. „Für seine Missetaten muss der Unhold, ebenso wie seine Urahnen, nach §11 der Karnevalsordnung zur Rechenschaft gezogen werden“, so die Schlussfolgerung von Helmut Brief. Schweren Herzens schritten Prinz Wolfgang II., dessen Stimme unter den Taten des Unholds hörbar schwer gelitten hatte, sowie Zeremonienmeister Frank zur Tat. Doch eines dürfte ebenso klar sein: Ein Nachfahre von Claudius Ambrosius Äezebär bereitet sich im Verborgenen bereits auf neue Taten vor. Spätestens ab November heißt es also wieder, auf der Hut zu sein!

(ran)
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