Eschweiler-Weisweiler: „Kein Wunder, dass man Telefon-Firmen misstraut.“

Eschweiler-Weisweiler: „Kein Wunder, dass man Telefon-Firmen misstraut.“

Eine Massenstörung hat in Eschweiler das Internet von mehreren Hundert Vodafone-Kunden lahmgelegt. Bereits seit Sonntag hatten auch Mario und Margot Bierbaum kein Internet mehr. „Seitdem haben wir jeden Tag bei Vodafone angerufen, aber man hat uns immer wieder vertröstet“, berichtet Mario Bierbaum.

Zunächst hieß es, binnen 24 Stunden sei der Fehler behoben, getan habe sich allerdings bisher nichts. Auf Anfrage unserer Zeitung bei Vodafone hieß es am Mittwoch sogar, es liege gar keine Störung vor. „Uns hat man anfangs sogar gesagt, es seien bis zu 5000 Leute betroffen“, sagt Mario Bierbaum.

Auf nochmalige Nachfrage räumt Volker Petendorf von Vodafone ein, man habe die Probleme zu spät erkannt. „Wir konnten das am Sonntag noch nicht zuordnen“, sagt er. Insgesamt lägen ihm 14 Kundenbeschwerden vor. Es ist aber längst nicht nur Eschweiler betroffen. 600 Haushalte in Aachen, Stolberg und Eschweiler haben kein Internet mehr, sofern sie Kunden bei Vodafone sind. Schuld ist ein Hauptverteiler, der sich in Köln befindet. Laut Petendorf gäbe es auf einer der sich im Verteiler befindenden Karten einen Wackelkontakt. Die Karte, die etwa so groß ist wie ein Backblech, muss nun komplett ausgetauscht werden. Eine neue Karte soll das Problem beheben. Darauf gespeichert seien allerdings die Anschlüsse von 16.000 Kunden im Gebiet der drei Städte.

Margot Bierbaum ärgert sich vor allem darüber, dass sie ständig andere Informationen von Vodafone bekommt und erst dann etwas erfährt, wenn sie nicht locker lässt. Dass es mit dem Internet Probleme geben könne, nehme sie sogar in Kauf. Sie verstehe allerdings die Informationspolitik des Unternehmens nicht. „Wenn man einen Schnupfen hat, verschweigt man den ja auch nicht. Vodafone kann doch einfach zugeben, dass es ein Problem gibt.“

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag sollte nun der Fehler behoben werden. Zwischen null und fünf Uhr in der Nacht — so der Plan — wurde die Karte getauscht. Für 16.000 Haushalte fiel in diesem Zeitraum das Internet zeitweilig aus. „Wir rechnen nicht damit, dass das große Probleme macht“, sagt Volker Petendorf. „Der Super-Bowl ist ja vorbei.“

Inzwischen sollte der Fehler also behoben sein — zurück bleibt dennoch der Ärger. „Kein Wunder, dass man den Telefon-Firmen misstraut“, sagt Margot Bierbaum. Als Kunde fühle man sich als Lügner dargestellt, wenn man in der Zeitung lese, dass Vodafone noch am Mittwoch keine Störung einräume, obwohl die Probleme bereits seit Sonntag aufgetreten seien.