Eschweiler: Kaum jemand kennt Eschweiler so gut wie Simon Küpper

Eschweiler : Kaum jemand kennt Eschweiler so gut wie Simon Küpper

Seit annähernd 15 Jahren gilt er als Pensionär, doch dieses Wort auf ihn bezogen mit „Ruheständler“ zu übersetzen, könnte falscher nicht sein. „Am Ende sind es nicht die Jahre im Leben, die zählen. Es ist das Leben in den Jahren“, lautet einer seiner Leitsätze, den er seit nun acht Jahrzehnten im wahrsten Sinne des Wortes mit Leben füllt. Simon Küpper feiert morgen seinen 80. Geburtstag.

Pädagoge, Initiator der Partnerschaft und Patenschaft „seiner“ Don-Bosco-Schule mit einer Schule im peruanischen Callao, Gründungsmitglied, Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Eschweiler Geschichtsvereins, Mitneugründer der Ortsgruppe des Sozialdienstes Katholischer Männer, letzter stellvertretender Amtsbürgermeister der Gemeinde Dürwiß: Die Liste seiner Taten ist lang und sie vollständig aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. „Auch heute habe ich noch jeden Tag zu tun“, erklärt Simon Küpper. So obliegt dem Jubilar nach wie vor die Konzeption der Schriftenreihe innerhalb des Geschichtsvereins, den er 1974 mit ins Leben rief und bis in die Gegenwart auf mehr als 1100 Mitglieder wachsen sah.

Begonnen hat für Simon Küpper alles vor 80 Jahren im damals zum Kreis Jülich gehörenden Dürwiß, wo der Vater von vier Töchtern als jüngstes von fünf Geschwistern das Licht der Welt erblickte. In einer heutzutage kaum noch vorstellbaren Zeit, Simon Küpper verlor während des Zweiten Weltkriegs eine Schwester und einen Bruder, besuchte er zunächst die Volksschule Dürwiß, bevor ihn sein Weg zum Städtischen Gymnasium nach Eschweiler führte, wo er das Abitur ablegte, um sich nach dem anschließenden Wehrdienst der Profession Lehrer zu widmen.

Von 1960 bis 1963 studierte er an der Pädagogischen Hochschule Aachen. Seine erste Lehrerstelle führte ihn (in der Regel per Fahrrad) nach Gevelsdorf im Kreis Jülich. „Dort durfte ich mich als olympischer Zehnkämpfer in Sachen Pädagogik versuchen“, blickt der zweifache Großvater zurück. „45 Schüler der Klassen eins bis acht saßen in einem Raum und wurden von mir in allen Fächern unterrichtet.“

Ab 1965 prägte der passionierte Radfahrer und ehemalige Bergsteiger, der unter anderem auf den Gipfeln des Kilimandscharos („Dort vom Kraterrand den Sonnenaufgang beobachten zu können, gehört zu den schönsten Augenblicken meines Lebens.“), des Mont Blancs sowie des Elbrus´ im Kaukasus stand, die Volksschule Dürwiß, die im Zuge der Schulreform im Jahr 1968 zur Hauptschule Dürwiß umgewandelt wurde. Zusätzlich fungierte Simon Küpper vier Jahre lang als Fachleiter für Geschichte und Politik am Bezirksseminar in Röhe.

1984 folgte schließlich der Wechsel an die damalige Katholische Grundschule (KGS) Stadtmitte, wo der Ur-Dürwißer das Amt des Schulleiters übernahm. Der gläubige Christ, der seit jeher den heiliggesprochenen italienischen Priester, Jugendseelsorger und Ordensgründer Giovanni Bosco verehrt, arbeitete fortan an einer Patenschaft der KGS mit einer Schule der Salesianer Don Boscos im peruanischen Callao, die nicht nur umgesetzt werden, sondern deren 25-jähriges Bestehen im zurückliegenden Jahr gefeiert werden konnte. „Etwa 200 Kinder aus armen Familien erhalten Dank der Spenden täglich eine Schulspeisung und sind vom Schulgeld befreit. Darüber hinaus konnten eine Küche im Gebäude eingerichtet sowie Lehr- und Arbeitsmittel beschafft werden“, berichtet Simon Küpper, der die Schule im Jahr 2003 besuchte und die Hilfsmaßnahmen bis heute verwaltet. „In gewisser Weise betrachte ich diese Partner- und Patenschaft als eine Art Lebenswerk“, unterstreicht das Geburtstagskind, auf dessen Betreiben die KGS Stadtmitte ebenfalls im Jahr 2003 in Don-Bosco-Schule umbenannt wurde.

Leitfaden des Handelns des heimatverbundenen und weltoffenen Indestädters war und ist der Einsatz zum Wohl der Allgemeinheit. Dazu zählt auch, das Wissen um die Historie der Stadt Eschweiler und ihrer Menschen zu bewahren und weiterzugeben. 32 Jahre (von 1980 bis 2012) stand Simon Küpper als Vorsitzender an der Spitze des Eschweiler Geschichtsvereins.

Nach vorne blicken

„Nach vorne blickend denke ich immer an den nächsten Tag, der stets mit bestimmten Vorhaben gefüllt ist. Ich unterstütze meine Frau Anneliese und bemühe mich, den Kontakt zu möglichst vielen Menschen zu halten. Darüber hinaus beschäftigt mich die Vorbereitung der Schriftenreihe 31 des Geschichtsvereins“, stellt der Jubilar klar, dass der Terminkalender sehr gut gefüllt ist. Im Hinblick auf seinen Geburtstag freut sich Simon Küpper auf das Familientreffen am kommenden Wochenende, bei dem auch die Kinder und Schwiegerkinder seiner leider inzwischen verstorbenen Geschwister zugegen sein werden. Klar ist, dass morgen viele Indestädter dem Träger des Bundesverdienstkreuzes sowie des Rheinlandtalers gratulieren, ihm schöne Stunden im Kreis seiner Lieben und weitere aktive Jahre wünschen werden.