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Eschweiler: Kaul als Zahnarzt auf den Cook Inseln

Eschweiler : Kaul als Zahnarzt auf den Cook Inseln

Acht Wochen lang war er auf den Cook Inseln aktiv, jetzt kehrte der aus Eschweiler stammende Zahnarzt Alexander Kaul zurück. Mit seinem Düsseldorfer Kollegen Christian Gerhards war er im Rahmen eines internationalen zahnärztlichen Austauschs in der Südsee unterwegs.

Beide wohnten in einem kleinen Bungalow. Mit mehreren Koffern voller Hilfsgüter startete das Duo sofort mit der Arbeit. In der dortigen Zahnklinik arbeiten drei Zahnärzte und ein Zahntechniker.

Einzige Klinik

Täglich wurde sieben Stunden lang behandelt. Prothetische als auch konservierende bis hin zu chirurgischen Eingriffen bestimmten ab sofort das Tagesgeschehen. Diese Zahnklinik ist die einzige auf den 15 Inseln, die zu den „Cooks” gehören.

Auf weiteren drei Inseln gibt es eine Zahnstation, die von einem Inselbewohner betreut wird, der jedoch keine zahnärztliche Ausbildung besitzt. Kommt kein deutscher Zahnarzt auf diese Außeninsel, bleibt die Station unbesetzt und es gibt keine Versorgung.

Kein Tourismus

Nach mehr als zwei Wochen flogen die beiden ehemaligen Aachener Studenten nach Mangaia, die südlichste Außeninsel der Cook Islands. Die Dental-Station lag direkt neben der Unterkunft. In Mangaia herrscht kein Tourismus.

Lediglich zwei Stunden lang fließt am Tag Wasser aus dem Hahn, kalt versteht sich. Die 600 Bewohner der Inseln besitzen insgesamt 18 Autos, und Geschäfte gibt es auch nicht. Dort wird noch getauscht und einer sorgt für den anderen. Vor den beiden Deutschen war über fünf Monate kein Zahnarzt mehr auf der Insel.

Um so erfreuter waren die Bewohner, als die beiden eintrafen und mit der Arbeit loslegten. Kein elektrischer Behandlungsstuhl, keine Absauganlage, keine helle Lampe fanden sie vor. „Und gerade dies machte den Reiz aus, dort zu behandeln”, sagt Alexander Kaul. Für Kinder war die Behandlung kostenlos, Erwachsene mussten einen Betrag zum Erhalt der Station zahlen.

Weiße Fahne

Ein Höhepunkt auf Mangaia war der donnerstagmorgens stattfindende Besuch des Allgemeinmediziners. Die 600 Bewohner leben in drei Dörfern auf der Inseln. Wenn der Arzt durch die Dörfer fährt, hängt jeder Behandlungsbedürftige eine weiße Fahne an die Straße.

Nach 3 Wochen Mangaia flogen Alexander Kaul und Christian Gerhards nach Aitutaki. Auch auf dieser 20 Quadratkilometer großen Insel wurden die Ärzte herzlich empfangen. Wieder wurden Schulen besucht und Zahnputzunterricht gegeben. Mit Tänzen und Gesang brachten die Kleinen ihren Dank zum Ausdruck.

Auf den Cooks findet nach jeder großen Schulpause ein von Lehrern überwachtes Zähneputzen auf dem Schulhof statt. Jeder Schüler hat seine Zahnbürste immer in der Schultasche.

Für die beiden Mediziner aus Deutschland eine ereignisreiche Reise. Die Kosten wurden von beiden privat bezahlt. „Dort herrscht eine Herzlichkeit und Dankbarkeit, die man in Deutschland oft vermisst”, ist sich Kaul sicher, dass dies nicht der letzte Hilfsflug war.

Bis zum nächsten Mal

Inzwischen hat der deutsche Alltag mit den neuen Gesetzen die beiden Zahnärzte wieder fest im Griff. Bis zum nächsten Auslandseinsatz.