Zum Weltkatzentag: Katzen sind so teuer wie ein Kleinwagen

Zum Weltkatzentag : Katzen sind so teuer wie ein Kleinwagen

Am Donnerstag ist Internationaler Katzentag. Aha, wieder so ein kommerzialisiertes Datum, auf dass Frauchen und Herrchen in den Laden laufen, um ihren Samtpfoten zusätzlich teure Bestechungsfresschen und -spielereien zu kaufen? Sicherlich ist das eine Seite der Medaille.

Die andere rückt das Tier, die Art, ins Bewusstsein der Menschen. Aber was halten Katzen von dem ganzen Rummel? Im Sinne der Gleichstellung kommen hier eine Katze und ein Kater zu Wort: Lucy, eine astreine dreifarbige Glückskatze, und Moritz, ein ebenso attraktiver Vertreter seiner Spezies, der schon mal gerne den Gandalf, den Grauen gibt. Hören wir mal rein, was die beiden so beschnurren.

Lucy: Ich finde es überflüssig, dass es den Internationalen Katzentag gibt. Ich stehe immer im Mittelpunkt. Denn ich bin etwas Besonderes: eine dreifarbige Glückskatze, eine Laune der Natur, also so selten wie ein vierblättriges Kleeblatt. Das ist nur möglich, weil ich als Katzendame über zwei X-Chromosomen verfüge, Du aber nur über eines. Und ansonsten fehlt Dir ohne Einiges im Oberstübchen.

Moritz: Klar, wenn Du mal nicht Dein Meerschweinchen-Fell in den Wind hängen kannst, bist Du nicht zufrieden. Pass auf, dass Du nicht in einem Pelzmantel verarbeitet wirst.

Lucy: Du bist ja nur eifersüchtig, weil Du lappig-grau bist. Mit Deinem weißen Latz und den Pfoten siehst Du aus wie ein wandelnder Zebrastreifen. Du wirst ja nur deshalb nicht sofort überfahren, weil wir nicht raus dürfen.

Moritz: Du weißt, wir waren ja mal draußen, ausgesetzt von unseren ersten Dosenöffnern. Ein Glück, dass man uns gefunden hat. Im Tierheim wurden wir von Ungeziefer befreit, wieder aufgepäppelt und hierher vermittelt.

Lucy: Falls Du es vergessen haben solltest, dass Du mal ein Kater warst: Im Tierheim wurden wir außerdem kastriert. Toll! Von mir ganz zu schweigen.

Moritz: Mag sein, aber dadurch haben wir nicht mehr so großen Beziehungsstress. Und ob Du eine gute Katzenmutter geworden wärst, bezweifle ich, weil Du immer vor Deinem eigenen Spiegelbild rumhängst. Jetzt geht es nur noch um den besten Platz an der Futterschüssel und auf dem Katzenbaum.

Lucy: Wie Du Dich an unsere Menschen dabei ranschmeißt, ist ja schon widerlich. Ich stehe auf dem Standpunkt: Fütter mich, aber fass mich nicht an. Hauptsache, die Dosenöffner spuren.

Katze Lucy zum Weltkatzentag am 8. August. Foto: Karl Stüber

Moritz: Und warum leckst Du unserem männlichen Diener morgens und abends die Füße?

Lucy: Ich will ihn nur bei der Stange halten. Wenn der mal nachrechnet, wie viel Geld wir ihn kosten, könnten wir wieder auf der Straße landen. Als ich unlängst auf einer Zeitung lag, konnte ich lesen, dass der Deutsche Tierschutzbund errechnet hat, eine Katze koste bei einer Lebensdauer von etwa 16 Jahren mindestens 11.450 Euro.

Moritz: Du hast doch zu lange auf der Heizung gelegen!

Lucy: Echt jetzt. Denk nur an die Anschaffungskosten (pro Nase 100 Euro fürs Tierheim), unsere Möblierung vom Napf übers Körbchen und den Kratzbaum, der bei uns eine Halbwertszeit von sechs Monaten hat. Dann Futter, Leckerlis, Spielzeug, Tierarztbesuche und und und. Pro Samtpfote kommt man da auf den Preis eines Kleinwagens.

Moritz: Aber wir geben ja auch reichlich zurück. Frauchen und Herrchen schnurren immer,wenn sie sich mit uns befassen.

Lucy: Allerdings streiten sie sich auch schon mal wegen uns. Sie wirft ihm vor, uns zu viel zu fressen zu geben und nicht zu schimpfen, wenn wir wieder ein „Stehrümchen“ zertrümmert haben.

Moritz: Stimmt. Er hat mir nach der Zerstörung eines Glaskugel den Kopf gestreichelt, eine Knabberstange gegeben und gesagt, ich solle ruhig so weitermachen. Es stehe immer noch zu viel Deko-Kram herum.

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