Eschweiler: Kampf gegen Griesgram und Muckertum

Eschweiler: Kampf gegen Griesgram und Muckertum

Es war bereits nach Mitternacht, als der Abend seinen Höhepunkt erreichte. Gemeinsam mit den Original Eschweilern spielten die Prinzenbläser der Eschweiler Scharwache den Laridah. Die Gäste in der Aula der Realschule Patternhof hielt es längst nicht mehr auf ihren Sitzen und das designierte Prinzengespann Christian Leuchter und Frank Lersch zog vor lauter Begeisterung seine Narrenkappen.

Am Freitag feierten die beiden Vollblutkarnevalisten den letzten karnevalistischen Höhepunkt des Jahres. Bei der Prinzenkürung wurde das Gespann offiziell in die Hände des Karnevalskomitees der Stadt Eschweiler übergeben.

Das Scharwachseptett begeisterte das Publikum mit bekannten karnevalistischen Melodien und neuen Texten. Foto: Sonja Essers

Herzog Violineschlössel

Den musikalischen Schlussakkord setzten an diesem Abend die Original Eschweiler, die das Publikum mit ihrem Programm zum Mitmachen animierten. Foto: Sonja Essers

Zu Beginn marschierte das aktive Korps der Eschweiler Scharwache samt Regimentsspielmannszug Grün-Weiß Lohn auf die Bühne. Bereits zu diesem Zeitpunkt war den vielen Gästen klar: Dieser Abend würde unvergesslich werden. Nach der Begrüßung, die Präsident Georg Woepke vornahm, betraten die beiden Hauptakteure des Abends samt Frauen den Saal. In dieser Session wird das Prinzengespann unter den Namen „Herzog Violineschlössel — vam Drejeck bes nom Schlachtes“ und „Jraf Schumlöffel — vam Drilandenpunt bes nom Indemann“ durch die Indestadt ziehen.

Komitee-Präsident Norbert Weiland stellte den Gästen in seiner Rede, für die es stehende Ovationen gab, die zwei Jecken noch einmal genauer vor. Zudem gab er den beiden Karnevalisten einige Tipps mit auf den Weg. „Betrachte deine Prinzenzeit wie die Musik“, riet er Leuchter und versprach ihm: „Das ist eine Zeit, die man weder mit den schönsten Stimmen singen, noch mit allen Instrumenten dieser Erde intonieren kann.“ Zeremonienmeister Frank gab er folgenden Ratschlag: „Würze die Prinzenzeit mit Herz, Humor und Verstand, aber achte auf die Dosierung.“ Schließlich werde nicht überall alles gleich gerne gegessen. Auch bei den beiden Frauen bedankte er sich: „Der beste Mann, ihr wisst es genau, ist nichts ohne eine starke Frau.“

Auch Bürgermeister Rudi Bertram, der den Vortrag von Weiland als „Markenzeichen unseres Karnevals“ beschrieb, gratulierte. „Wir sind hier in unserer Stadt so gut, dass andere neidisch auf uns gucken. Um das zu leben, brauchen wir Persönlichkeiten, und ihr seid solche Persönlichkeiten.“

Dann war es soweit. Der designierte Prinz Christian richtete das Wort an die Gäste. „Heute ist einer dieser vielen unvergesslichen Abende“, meinte Leuchter, der sich bei den Partnerinnen und Familien des Prinzengespannes, dem Prinzenstab, dem Karnevalskomitee sowie den deftigen Bürgern, der Mutter Scharwache und natürlich bei seinem Zeremonienmeister Frank bedankte. „Ich bin froh und stolz, mit dir durch die Zelte und Säle der Indestadt zu ziehen“, sagte er und fügte hinzu: „Wir freuen uns darauf, den Eischwiele Fastelovend zu rocken.“

„Ein gekonntes Rennen“

Nach seinem Vortrag trugen die Gäste ihren Applaus im Stehen vor. Auch Weiland war begeistert: „Das waren keine Gehversuche, das war ein gekonntes Rennen“, lobte er Leuchter. Nachdem sich alle Anwesenden gestärkt hatten, ging das Programm mit vielen Höhepunkten weiter. Hubert Deutz, Präsident der KG Rote-Funken-Artillerie, richtete stellvertretend für alle Eschweiler Karnevalsgesellschaften das Wort an die zwei Hauptakteure des Abends und blickte in seiner Rede noch einmal auf den Wahlabend zurück. „Die Stimmung an diesem Abend macht Lust auf mehr. Ihr habt unsere volle Unterstützung im Kampf gegen Griesgram und Muckertum“, sagte Deutz und ergänzte: „Wir gratulieren euch, wünschen euch eine superjeile Zick und viel Spaß.“

Bei der anschließenden Musikdarbietung des Scharwachseptetts, das an diesem Abend nur aus fünf Akteuren bestand, schunkelte und klatschte der Saal zu bekannten Karnevalsmelodien mit zum Teil neuen Texten kräftig mit. Auch die deftigen Bürger Renate Jansen, Privatdozent Dr. Peter Staib und Stefan Wolf, schlossen sich den Glückwünschen an. „Wir freuen uns auf eine tolle Session“, meinte Jansen.

Nachdem Alfred Wings mit seinem Büttenvortrag begeistert hatte, übergab der Prinz der vergangenen Session, Wolfgang Rosenfeld, dem designierten Prinzenpaar die Prinzenstandarte. Vom kleinen Generalstab der Eschweiler Scharwache erhielten Leuchter und Lersch den Becher der Gesellschaft. Leuchter wurde zudem der Hausorden, der gleichzeitig die höchste Auszeichnung der Gesellschaft ist, verliehen.

Viele weitere Gratulationen folgten. So überreichte Dirk Sazma dem Gespann die Schlüssel für den Prinzenfahrzeugtross. Die Indesingers sicherten ihre Unterstützung zu und versprachen, das Prinzenpaar bei jedem ihrer Auftritte musikalisch zu begleiten. Zum Abschluss betraten die Original Eschweiler die Bühne und setzten mit ihrem Programm den musikalischen Schlussakkord. Abgerundet wurde der gelungene Abend mit dem Laridah, den die Formation gemeinsam mit den Prinzenbläsern der Eschweiler Scharwache anstimmte und die Gäste so noch einmal von den Stühlen holte.

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