Eschweiler: Kammerphilharmonie begeistert Klassikfreunde in der Dreieinigkeitskirche

Eschweiler : Kammerphilharmonie begeistert Klassikfreunde in der Dreieinigkeitskirche

Klassik vom Allerfeinsten bot den Musikfreunden der Indestadt das Gastspiel der Kammerphilharmonie Köln in der evangelischen Kirche an der Moltkestraße. Dank vorhergegangener Auftritte können die Gäste vom Rhein in Eschweiler auf viele treue Zuhörer zählen.

Bester Beweis: Bei Konzertbeginn waren nur auf seitlichen Sitzbänken noch Plätze frei. Ansonsten: Menschen, die dicht an dicht saßen — ein Grund, aus dem sich die Musiker in der Stadt gut aufgenommen und willkommen fühlen.

Klassik, gut und mit sicherem Gespür für Wohlklang gespielt, und davon reichlich — so lässt sich das Erfolgskonzept der Kammerphilharmonie umreißen. Kein Wunder, denn das Motto des Orchesters lautet „Klassik überall“. Die Interpreten transportieren dieses Konzept kreuz und quer durch Deutschland, spielen im fränkischen Kurort Bad Steben ebenso wie in der Westerwälder Kreisstadt Altenkirchen oder eben in Eschweiler. Und da ist offenbar trotz der Nähe zu Aachen und Köln der Durst nach Angeboten wie denen der Kölner so groß, dass die Menschen in Scharen herbeiströmen.

„Ohrwürmer“ und rare Stücke

Erster Programmpunkt: der „Sommer“ aus den „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi. Oft im Radio zu hören und doch von den Mitgliedern und dem Solisten Anton Josef Gölle auf der Geige so frisch und überzeugend gespielt (und das im absoluten Einklang mit den Künstlerkollegen), dass sich den Zuhörern das Gefühl vermittelte, als hörten sie das vielgespielte Werk zum allerersten Mal. Das Oboenkonzert des italienischen Barockkomponisten Alessandro Marcello wiederum gehört nicht wie Vivaldis Komposition zur Kategorie der Ohwürmer. Aber Solist Adrian Pulido Bautista gab dem Stück einen so warmen und bezwingenden Ton, dass dieses Opus von nun an in und um Eschweiler etliche Freunde mehr haben dürfte.

Zusammen mit Bautista und Gölle verliehen die Kölner auch Mozarts Divertimento und Bachs Konzert für Oboe, Violine und Streicher einen noblen Charakter, der mit Anmut und Temperament gleichermaßen einherging. Zwei Werke der Romantik von Tschaikowski und Paganini rundeten das offizielle Programm ab, das den Klassikfans eine ganze Reihe von beglückenden Musikerlebnissen gebracht hatte.

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