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Abschiedstournee „Offen und ehrlich – von allen das Beste“: Kalle Pohl tritt von der Talbahnhofbühne ab

Abschiedstournee „Offen und ehrlich – von allen das Beste“ : Kalle Pohl tritt von der Talbahnhofbühne ab

Es muss schon etwas Besonderes sein, dass der Veranstalter Walter Danz zu Beginn auf die Bühne kommt: Im Talbahnhof verabschiedete er jetzt den überaus beliebten Kabarettisten Kalle Pohl, der auf seiner Abschiedstournee Station in Eschweiler machte. Unter anderem mit einem Best-of.

„Pohl nimmt Abschied von der Bühne als Kabarettist. Als Schauspieler, vor allem in Komödien, wird er aber weiterhin künstlerische Erfüllung finden“, erklärte Danz, für den der Kabarettist ein treuer Wegbegleiter ist. „Wir haben uns vor 25 Jahren beim Auftritt in Aachen kennengelernt. Über die Jahre ist er auch ein Freund geworden und er war immer da, wenn man ihn brauchte, auch nach dem großen Erfolg seiner Fernsehkarriere mit „Sieben Tage, sieben Köpfe“ trat er immer gern auf unserer kleinen Bühnen auf und engagierte sich stets auch für Benefizprojekte wie unser Herbstfest“, betonte Danz.

In seinem Best-Of-Programm „Offen und ehrlich – von allen das Beste“ zum Abschied von der Kabarettbühne widmete sich Kalle Pohl dann mit Hingabe den komischen Momenten seines Lebens, den Verwandten und anderen Katastrophen – beginnend mit seiner Geburt 1951 im Kreißsaal des Dürener Krankenhauses.

Der Vetter Hein Spack

Das Schöne an diesem zeitlosen neuen Programm ist, dass die komischen Höhepunkte aus vorherigen Programmen sich mit den neuen Gags perfekt ergänzen. Pohl hat sich weiterentwickelt, vergisst dabei aber zum Beispiel nicht die beim Publikum so beliebten, aberwitzigen Dialoge mit Vetter Hein Spack und Tante Mimi. „Denn ich mag meine Verwandschaft wirklich!“, betonte der Kabarettist schmunzelnd.

Ein Erlebnis sei es für ihn, mit dem Nachwuchs über die digitale Zukunft zu sprechen. Hier habe sich besonders viel getan. Das eigene Älterwerden und die Gesellschaft beschäftigen den Kabarettisten. „2060 gibt es 70 Millionen Deutsche und davon sind 40 Millionen im Ruhestand. Wir wissen gar nicht, wie wir damit umgehen sollen, was da auf uns zurollt. Ein Falschparker wird dann von drei Senioren angezeigt und wer soll das alles bearbeiten?“, meinte Pohl angesichts des demografischen Wandels in Deutschland.

Ernährung und Fastenkur sind Themen, bei denen jeder mitlachen kann – ob es nun die letzte Diät oder der Trend zum veganen Leben ist. Am Akkordeon begleitete Pohl sich selbst bei seinem herrlichen Rap von der „kleinen Fleischfachverkäuferin“. Er lud das Publikum zum Mitsingen ein. „Aber dieses unaussprechliche Wort im Refrain hat vor Ihnen auch noch kein Publikum geschafft!“, stellte Pohl lachend fest. Er ist bekannt dank seines solistischen Sprachwitzes.

Ob nun einer dieser ergreifenden „Schangsongs“ am Akkordeon, ein Gedicht oder eine Anekdote aus der Familie Pohl – einmal mehr und im Talbahnhof zum letzten Mal präsentierte sich Pohl als zeitloser Komödiant ohne viel Bohei.