Comedyprogramm im Talbahnhof: Kabarettistin Karin Berkenkopf tritt als Frieda Braun mit „Sprechpause“ auf

Comedyprogramm im Talbahnhof : Kabarettistin Karin Berkenkopf tritt als Frieda Braun mit „Sprechpause“ auf

Die Kabarettistin Karin Berkenkopf erzählt als Frieda Braun von den neusten Eskapaden ihrer Freundinnen. Die Zuschauer sind begeistert.

Frieda Braun redet gerne, besonders von ihren Freundinnen, die als sogenannte Splittergruppe immer neue Abenteuer erleben. So haben sich die Frauen zu einem Schweigeseminar in Stolberg aufgemacht – doch das Sprechverbot macht ihnen zu schaffen. Gut, dass Frieda Braun sich wegschleichen konnte, um dem Publikum im Talbahnhof bei ihrem neuen Programm „Sprechpause“ von den neusten Eskapaden ihrer Freundinnen zu erzählen.

Hinter der verstohlenen und zunächst schüchtern anmutenden Frieda Braun verbirgt sich die 55-jährige Kabarettistin Karin Berkenkopf. Die ehemalige Werbetexterin kommt gebürtig aus Winterberg und hat sich sowohl auf der Bühne als auch im Fernsehen mit ihrer Figur Frieda Braun einen Namen gemacht. Kein Wunder also, dass der Talbahnhof am Sonntagabend bis auf den letzten Platz ausverkauft war.

Keine fünf Minuten braucht Berkenkopf, bis sich das Publikum vor Lachen kaum mehr auf den Stühlen halten kann. Frieda Brauns originellen Geschichten mitten aus dem Leben, gepaart mit Wortwitz und ausgefallener Mimik und Gestik machen ihre Show in der deutschen Comedy-Landschaft einzigartig.

Hinter Brauns biederem Kostüm, einer immer etwas vorgebeugten Haltung und den Charakteren ihrer Kirchengruppe aus Winterberg steckt jede Menge Potenzial für Unterhaltung. Brauns Erzählungen von ihren Freunden sind so detailliert, dass das Publikum schon nach kurzer Zeit das Gefühl hat, die elf Frauen – die meisten von ihnen bereits „in der Memo-Pause“ - persönlich zu kennen.

Da ist zum Beispiel Mia, die vor kurzem stillschweigend aus der Kirche ausgetreten ist. „Sie geht immer noch zur Messe, aber umsonst“, erklärt Braun. Thekla ist „Spezialistin für überflüssige Wörter“ und hat es damit beim Schweigeseminar besonders schwer. Und Mia versucht beim Einkaufen eifrige Verkäuferinnen abzuschütteln. Daher fragt sie immer, ob es ein Kleidungsstück auch „in einer Farbe gibt, die schon ausgestorben ist. Fleisch zum Beispiel.“ Brunhilde dagegen zieht bei Dorffesten wegen ihrer riesigen Füße die Aufmerksamkeit auf sich.

Und so nimmt Frieda Braun ihre Zuschauer mit in die Welt ihrer verrückten Freundinnen und erzählt von deren Ausflügen. Die elf Frauen fahren immer „im Torso“ mit dem VW „Chicorée“, dem „Kapitän“ und der „Ente“. Zum Beispiel zum „André Iö“-Konzert, der „mit seinem Vogel-Strauß-Orchester“ aufgetreten ist. Die Geschichten beginnen meist in alltäglichen Situationen und werden dann ad absurdum geführt. Das Publikum hängt ihr an den Lippen und die Zuschauer wischen sich sogar von Zeit zu Zeit vor Lachen die Tränen aus den Augen.

Die Frauen aus der Splittergruppe sind derweil von dem Star-Geiger ganz verzaubert – kein Wunder, denn „im Männerschweiß sind ja Phänomene“. Die traditionsbewusste Truppe aus Winterberg zeigt sich trotz aller Bewunderung aber auch etwas irritiert: „Was Fans alles auf die Bühne werfen… die Unterwäsche war noch warm!“.

Das jüngste Abenteuer der Gruppe ist nun das Schweigeseminar in Stolberg. Das beginnt in einer Herberge ohne jegliche Dekoration und mit schrecklich-gesundem Frühstück. Spartanisch eingerichtet sind alle Möbel nach dem Feng-Shui-Prinzip ausgerichtet, oder, wie Braun sagt: „Wenn du den Klodeckel auflässt, kippt dir die Sahne um“.Hinzu kommt der französische Kursleiter Gérard („Scherrah“), der die Freundinnen nur zehn Wörter pro Tag sprechen lässt.

Das Chaos ist also vorprogrammiert und das Publikum im Talbahnhof begeistert. „So schön kann man für zwei Stunden dem Alltag entfliehen und abschalten. Nichts Blödes, nichts Anstößiges – einfach nur lustig“, resümiert ein Zuschauer. Die Gäste sind begeistert von einem absolut sehenswerten Bühnenprogramm, das kurzweilig und witzig ist. Frieda Brauns Erzählungen nehmen stets unerwartete Wendungen an und lassen dem Zuschauer den Humor in alltäglichen Situationen erkennen, die sonst meist unbeachtet bleiben.

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