Eschweiler: „Junge Solisten“: Toptalente fernab von Castings-Shows

Eschweiler: „Junge Solisten“: Toptalente fernab von Castings-Shows

Vom hoffnungsvollen Talent bis zum angehenden Virtuosen: Alles war dabei. Das erste Konzert der Reihe „Junge Solisten“ im Städtischen Gymnasium Eschweiler an der Peter-Paul-Straße bot eine eindrucksvolle Präsentation von Schülern auf diversen Stufen der künstlerischen Perfektion.

Vom Konzertflügel bis zur Marimba äußerte sich das Können der Junioren auf sehr verschiedenen Instrumenten. Nur Holz- und Blechbläser waren in dem rund anderthalbstündigen Programm nicht vertreten.

wsdwqed Foto: Christoph Hahn

Ein neues Format

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Annette Zumbroich, Lehrerin und Organisatorin in einer Person, stellte vor dem eigentliche Auftakt „Junge Solisten“ als „neues Format“ vor, das zur „Bühne für junge Talente“ werden soll. Allen Formen von Lampenfieber nahm die Pädagogin von Beginn an die Spitze: „Es ist nicht schlimm, wenn etwas schief geht“, beruhigte sie die Auftretenden aus allen Stufen des Gymnasiums. Die zeigten ihr Können vor allem auf den weißen und schwarzen Tasten des Instruments der Marke Steinway — und das mitunter auf überraschend hohem Niveau: Joshua Berens etwa spielte Bart Howards Ohrwurm „Fly Me To The Moon“ mit großem Gespür für den Swing in dieser Melodie.

Arie aus „Gianni Schicchi“

Doch mochten auch die Pianisten die zahlreichen Verwandten in der Aula immer wieder aufhorchen lassen: Gerade die, die ihre musikalischen Fertigkeiten mit anderen Mitteln unter Beweis stellten, ernteten verstärkte Aufmerksamkeit — wie zum Beispiel Jeanne Jansen, die ihre Zuhörer nicht nur mit der Arie „O mio babbino caro“ aus Puccinis Oper „Gianni Schicchi“ begeisterte und ihre Stimme mit acht Cello-Spielern aus der Musikschule Aachen zum Ausklang, einem Satz aus Heitor Villa Lobos‘ Suite „Bachianas Brasileiras“ vereinte.

Das exotischste Instrument, das im Gymnasium zum Einsatz kam, war im Übrigen die von Moritz Miseré gespielte Marimba. Von Mozarts „Rondo alla Turca“ bis zu Sadie Koninskys „Eli Green‘s Cake Walk“ reichte das stilistische Spektrum der Melodien, die Miseré mit großer Konzentration und noch größerer Behendigkeit spielte, sehr zum Vergnügen der versammelten Lehrer und von Direktor Winfried Grunwald.

Ein gewisses Alleinstellungsmerkmal hatte auch Iris Breckheimer, die mit Evelyne Peiter ein Harfen-Duo bildete. Ebenfalls der einzige Vertreter seiner Zunft war Robin Schroif, der auf der akustischen Gitarre mit Werken von Villa Lobos und Andy McKee viele technische Fertigkeiten bewies und dabei die Ausstrahlungskraft der Musik ungebrochen ließ, sie zumindest aber nicht der eigenen unterordnete.

Faszinierende Einblicke

Auf jeden Fall hat „Junge Solisten“ faszinierende Einblicke in das, was normalerweise im Klassenzimmer oder im Musiksaal geschieht, eröffnet. Auch das, was Lehrer mit ihren Schülern leisten (fernab aller Talent- und Casting-Shows), erschloss sich durch das neue Konzertformat Mitgliedern der interessierten Öffentlichkeit — als sei ein Fenster geöffnet worden und frische Luft hineinströmt.

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