Jubiläum: Siedlergemeinschaft Jägerspfad feiert 80 Jahre in Eschweiler

80 Jahre Gemeinsamkeit und Anekdoten : Siedlergemeinschaft Jägerspfad feiert Jubiläum

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Siedlergemeinschaft einige Änderungen und Umwälzungen durchlebt, aber schlägt sich mit etwa 100 Mitgliedsfamilien wacker. Was macht den Verein für die Vorsitzenden Wolfgang Goy und Ricky Fons Marschang besonders?

An den Ausflug nach Wuppertal kann sich Wolfgang Goy noch genau erinnern. Der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Jägerspfad muss lachen, wenn er an die Reise vor zwei Jahren denkt. Die Fahrt in der Schwebebahn von Vohwinkel nach Oberbarmen verlief gut, stattdessen streikte ein anderes Gerät: „Der Bus ist uns verreckt. Der Schlüssel ist abgebrochen und zwischenzeitlich kamen wir nicht mehr in den Wagen rein“, sagt Goy. Aber für den Verein kein Problem, es wurde das nächste Brauhaus aufgesucht und Hilfe aus Eschweiler nahte bereits. Solche kleinen Anekdoten bleiben nicht nur bei den Teilnehmern hängen, sondern schweißen sie auch zusammen.

In diesem Jahr feiert die Siedlergemeinschaft Jägerspfad schon ihr 80-jähriges Bestehen. Auch Ricky Fons Marschang, der zweite Vorsitzende des Vereins, reist immer mit, wenn es der Job erlaubt. Beim Weihnachtsmarkt-Ausflug im vergangenen Jahr erlebte er den Zusammenhalt unter den Vereinsmitgliedern nochmal besonders. In einem Restaurant war nicht genug Platz für alle Mitreisenden, da wurde kurzerhand zusammengerückt und diejenigen ohne Sitzplatz auf die verschiedenen Tische aufgeteilt.

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Verein einige Änderungen und Umwälzungen durchlebt, aber schlägt sich mit etwa 100 Mitgliedsfamilien wacker. Ein paar Sorgen macht allerdings das Amt des Vorsitzenden. Denn Wolfgang Goy, der bereits von zehn Jahren den Posten inne hatte, gab ihn 2013 an seinen Kollegen Arndt Fielen ab, übernahm ihn von diesem vor kurzem aber wieder.

Beim Nachwuchs für die verantwortungsvollen Aufgaben sieht es zurzeit etwas dünn aus. „Die Jugend orientiert sich mittlerweile anders, aber wir können sehr froh sein, dass wir so eine große Gemeinschaft haben“, sagt Goy. Der Einsatz der jungen Johanna Fielen als stellvertretende Schriftführerin kommt da genau zur rechten Zeit.

Goy beeindruckt das Engagement und die Hilfebereitschaft aller Mitglieder: Schreibe er eine Mail, dass er Hilfe brauche, habe er direkt hundert helfende Hände, die ihm unter die Arme greifen würden. Und auf die Jüngeren gehe der Verein bei größeren Festen aktiv zu und versuche, ihnen die positiven Aspekte des Vereinslebens aufzuzeigen.

Nachbarn helfen sich gegenseitig

Das erlebte auch Fons Marschang, als er vor 19 Jahren in die Siedlung zog. Zu Beginn war seine Familie noch nicht Mitglied, da der Umzug organisiert werden musste. „Aber Anfang Dezember stand plötzlich einfach so der Nikolaus vor unserer Tür. Das war super für uns, unsere Kindere haben sich sehr gefreut“, sagt er. Ab da stand für die Familie der Vereinseintritt fest. Dass sich untereinander alle kennen, genießt Fons Marschang sehr. Schon öfter hätten sich Nachbarn zum Beispiel gegenseitig auf Einbrüche aufmerksam gemacht und auf Grundstücke aufgepasst.

Zum 80-jährigen Jubiläum wird dieses Mal statt auf ein Festzelt auf den Burghof Festsaal zurückgegriffen. Das liege an der unklaren Vorstandssituation zum Zeitpunkt der Planung. Da sollte kein Risiko eingegangen werden, sagt Goy. Das Programm sei aber besonders gut auf alle Altersklassen abgestimmt und die zwei Vorsitzenden erwarten etwa 250 Gäste am 31. August.

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