Jozsef Acs widmet sich Franz Liszt und Niccolò Paganini

Konzert : Jozsef Acs und die musikalischen „Superstars“

Sie waren musikalische „Superstars“ des 19. Jahrhunderts und kreierten mit dem Solokonzert eine vollkommen neue Form, Musik zu Gehör zu bringen: der „Teufelsgeiger“ Niccolò Paganini und der Klaviervirtuose Franz Liszt.

Am Sonntag, 9. Dezember, schickt sich nun der großartige Pianist Jozsef Acs an, ab 17 Uhr auf der Bühne des Kulturzentrums Talbahnhof eine Symbiose der beiden Giganten der klassischen Musik zu formen.

Unter dem Titel „Liszt – der Paganini am Klavier“ widmet sich der Gewinner des 1. Preises für Klavier beim „Deutschen Musikwettbewerb“ des Jahres 1976 zunächst vier Transkriptionen, mit denen Liszt seine Bewunderung für Anton Diabelli, Ludwig van Beethoven, Niccolò Paganini und Gioachino Rossini zum Ausdruck brachte, bevor nach der Pause drei großartige Eigenkompositionen des Genies auf dem Programm stehen.

Somit gibt Jozsef Acs seinem Wegbegleiter Siegfried Tschinkel, der einmal mehr als Moderator fungieren wird, die Gelegenheit, dem Publikum das atemberaubende Lebenswerk von Franz Liszt ein wenig näherzubringen. Denn die sehr anspruchsvolle „Variation über einen Walzer von Anton Diabelli“, mit der Jozsef Acs das Konzert eröffnen wird, schrieb und spielte Franz Liszt (1811 bis 1886) im Alter von elf (!) Jahren, während die abschließenden „Wasserspiele der Villa d’Este“ ein Jahr vor dem Tod des Komponisten, Pianisten, Dirigenten, Musiklehrers, Buchautors und Mäzens, also mehr als sechs Jahrzehnte später, entstanden.

„Im Alter von 21 Jahren erlebte Franz Liszt einen Auftritt von Niccolò Paganini in Paris und fühlte sich auf Grund der nahezu unvorstellbaren Intensität des Geigers wie ‚vom Blitz getroffen’. Liszt war von der Technik Paganinis absolut fasziniert und hat sich daran gemacht, dessen Werke für Klavier zu transkribieren, also umzuschreiben“, erklärt Siegfried Tschinkel die Verbindung beider Musikgiganten, die sich auf menschlicher Ebene allerdings stark voneinander unterschieden. „Während Paganini wohl ein ‚schwieriger’ Mensch war, wird Liszt zum Beispiel von Nike Wagner als ‚nobelster und vielseitigster Musiker des 19. Jahrhunderts’ beschrieben“, so der Moderator, der auch eine tatsächliche Verbindung zwischen Liszt und der Stadt Eschweiler für möglich hält.

„Liszt hat Aachen insgesamt fünf Mal besucht. Außerdem war er mit Victor Raymund Lynen, Handelskaufmann aus Antwerpen und Vorfahr der späteren Besitzer des indestädtischen Lynenwerks, befreundet. Ich bin mir sicher, dass Franz Liszt zumindest durch Eschweiler gefahren ist“, so Siegfried Tschinkel, der darüber hinaus an die Existenz der Franz-Liszt-Straße in Eschweiler erinnert.

Voller Vorfreude, aber auch Respekt blickt Jozsef Acs dem Nachmittag des 9. Dezembers entgegen. „Die Werke sind sehr anspruchsvoll. Dies gilt nicht zuletzt für die Variation des Diabelli-Walzers, die eindrucksvoll unter Beweis stellt, über welche Fähigkeiten Liszt im Alter von elf Jahren bereits verfügte“, so der Ausnahmepianist und -komponist, dessen Anspruch es ist, „die Seele der Werke zu erkennen und diese den Zuhörern zu offenbaren“.

So dürfen die Liebhaber klassischer Musik auf allerhöchstem Niveau also einem Konzert entgegenfiebern, dessen Protagonisten sich einem Gedanken verschrieben haben: den Zuhörern eindrucksvolle Einblicke in das Leben sowie das musikalische Vermächtnis von Franz Liszt in Wort und Ton zu gewähren.

(ran)
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