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József-Ács-Chor und weitere Musiker mit Konzert in St. Barbara

Konzert : Emotional und erlebnisreich

Eine knappe Stunde nur dauert das Konzert, dass der József-Ács-Chor und seine Mitstreiter zum Volkstrauertag in der Kirche St. Barbara zu Eschweiler-Pumpe-Stich gegeben habe. Und doch steckte in dieser Stunde mehr als nur 60 Minuten.

Emotional und erlebnisreich aufgeladen war diese vergleichsweise kurze Zeit. Denn Dirigent Ernst Matthias Simons und seine Mitstreiter, darunter neben den Solisten des Theaters Aachen sowie Mitglieder des Chores auch dessen „Namenspatron“ an der Orgel, füllten die Zeit mit großen Gefühlen und einer Stimmkunst, die mehr als lediglich solide war.

Denn sowohl mit dem Requiem von Charles Gounod (1818-1893) als auch mit dem Recordare von Franz von Suppé (1819-1895) präsentierten die Interpreten das liturgische Totengebet der katholischen Kirche beziehungsweise einen Teil daraus in einer emotional aufgeladenen, berührenden Version. Die enorme Theatralik der bekannten Requiem-Kompositionen von Mozart und Verdi ist den beiden in St. Barbara gebotenen Werken fremd. Es herrscht eine weniger dramatisch, dafür blumige Klangsprache – eine Dimension der Töne, die Dirigent, Organist und andere Mitwirkende im Singen und Spielen den Zuhörern aufschlossen.

Das war zum einen das Verdienst von Ernst Matthias Simons, der von seinem Pult aus die Fäden in jeder Sekunde fest in der Hand hatte. Es gehört aber auch zu den Meriten der Chormitglieder und des Organisten, dass sie die vielen Takte und Akkorde auf ihre Weise mit schierer Schönheit aufluden, dabei unterstützt von den vier Solisten Violetta Palatinus (Sopran), Anne Lafeber (Alt), Woo-Sung Kang (Tenor) und Vassilis Tsanaktsidis (Bass). József Ács verstand es, Klangspektrum und -volumen der Orgel optimal auszuschöpfen, ohne nur einen Ton lang zu dick aufzutragen. Vor allem aber stellte dieser frühe Abend, der ganz der ernsten Muse gewidmet war, eine durch und durch harmonische Gemeinschaftsleistung dar – es galt ja der Kunst und der Ehrung der Toten, der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Dabei trugen vor allem Chor und Organist dazu bei, die Wesenszüge beider Werke gegen einander abzusetzen. Das kurze Recordare von Suppé und die Orgelmelodie, die es durchzieht, klang dabei ein wenig opernhaft – nicht verwunderlich, ist doch der Komponist heutzutage vor allem als Meister der Operette bekannt. Gounods Requiem hingegen war lyrisch, fast wehend, keine düstere Totenmesse, sondern fein durchtränkt von der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod und bis in feinste Strukturen durchtränkt mit Symbolik. Vom Dirigenten im Laufe der Proben bestens auf die Praxis im Konzert eingestellt, meisterten alle Beteiligten alle in der Partitur verborgenen Schwierigkeiten mit Sensibilität und technischer Sicherheit. Der Beifall der Zuhörer dafür war den Ausführenden gewiss.