Eschweiler: Jeder vierte Indestädter pendelt zum Job

Eschweiler: Jeder vierte Indestädter pendelt zum Job

Im Stau stehen, sich noch hektisch in den überfüllten Bus quetschen oder vergeblich nach einem Sitzplatz in der Bahn suchen — dies ist das täglich Brot vieler Eschweiler Arbeitnehmer, denn mehr als jeder vierte Bürger aus der Indestadt verlässt auf seinem Weg zum Arbeitsplatz die Stadtgrenzen.

Diese Angaben stammen aus dem Pendleratlas NRW, bei dem alle Pendelströme zwischen den Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens und über die Landesgrenzen hinaus erfasst werden. Analysiert werden weitere zusätzliche Daten wie das Geschlecht der Pendler, ihre Altersgruppe, der Beschäftigungsumfang sowie der Wirtschaftsbereich, in dem sie beschäftigt sind, und ihre Stellung im Beruf.

Nach den Berechnungsmethoden der IT. NRW wird zunächst jeder Erwerbstätige als Berufspendler aufgegriffen und dann in innergemeindliche Pendler und übergemeindlichen Pendler, also jene, die die Gemeindegrenze auf ihrem Weg vom Wohnort zum Arbeitsplatz überschreiten (sogenannte „Auspendler“), unterschieden. Ein Pendelweg vom Wohn- bis zum Arbeitsort von 80 Kilometern Luftlinie wurde bei der Erhebung der Daten durch das Land Nordrhein-Westfalen noch als plausibel eingestuft und in der Statistik berücksichtigt.

Gemäß der neu veröffentlichten Zahlen des Pendleratlas NRW verlassen täglich 14.951 Indestädter auf dem Weg zur Arbeit die Stadtgrenze. Die meisten Auspendler führt der Weg zum Arbeitsplatz nach Aachen (5791). Die Stadt lockt täglich 83.377 Einpendler an und liegt damit in den Top 10 der Einpendel-Städte NRWs.

Weitere beliebte Arbeitsorte für die Eschweiler sind Stolberg (1821 Einpendler aus Eschweiler), Düren (889), Köln (835) und Würselen (798). Bei einer Einwohnerzahl von 56.722 (Stand 2015) machen Auspendler also 26 Prozent aus. Die Mehrheit von ihnen (57 Prozent) ist männlich. Frauen hingegen pendeln etwas häufiger innerhalb der Gemeinde als Männer. Insgesamt pendeln 11.866, also 21 Prozent der Eschweiler innerhalb der Gemeinde, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen.

Die Zahlen des Pendleratlas‘ NRW zeigen deutlich, dass die Ein- und Auspendlerströme in der Indestadt seit 2010 kontinuierlich wachsen. Im Jahr 2015 sind demnach 1100 Menschen mehr zu ihrem Arbeitsplatz ausgependelt als noch fünf Jahr zuvor. Sowohl die Zahl der Pendler, die in den benachbarten Städten im produzierenden Gewerbe, als auch jene, die im Dienstleistungsgewerbe arbeiten, ist über diesen Zeitraum kontinuierlich angestiegen.

Von diesem Trend betroffen sind nahezu alle Altersgruppen, mit einer einzigen Ausnahme: Die Zahl der Auspendler im Alter zwischen 35 und 45 Jahren sinkt seit 2010 stetig. Dafür stieg in den vergangenen Jahren sowohl die Anzahl der unter 25- bis 35-jährigen als auch die Zahl der 45- bis über 65-jährigen Auspendler.

Die Wirtschaft der Stadt profitiert auch von den 12.747 Pendlern, die Tag für Tag in die Stadt einpendeln, wodurch Eschweiler auf eine Tagesbevölkerung von 53.335 kommt. Diese Zahl ergibt sich aus der Einwohnerzahl plus der Anzahl der Einpendler, minus der Auspendler. Mit über 60,1 Prozent liegt auch bei den Einpendlern der Anteil der Männer deutlich höher, als der Anteil der einpendelnden Frauen (39,9 Prozent).

Am häufigsten kommen die Einpendler aus den Nachbarstädten Stolberg (1958), Aachen (1946), Alsdorf (1243), Würselen (774) und Langerwehe (714). 125 Pendler kommen zum Arbeiten aus Belgien nach Eschweiler, aus den Niederlanden sind es gemäß der Angaben der Landesdatenbank NRW 102 Einpendler.

Ein Großteil (89,6 Prozent) der Berufstätigen, die aus anderen Städten und Gemeinden täglich nach Eschweiler reisen, sind Beschäftigte (11.421 der 12.747 Einpendler), also Arbeiter oder Angestellte. Nur 4,5 Prozent der Einpendler sind in Eschweiler verbeamtet, drei Prozent absolvieren in der Indestadt eine Ausbildung und 2,9 Prozent führen hier ihre selbstständige Tätigkeiten aus.

Die Anzahl der Einpendler steigt seit 2010 kontinuierlich von 10.876 auf 12.747, was einen Zuwachs an Einpendlern von 17 Prozent innerhalb der vergangenen fünf Jahre ergibt. Der Anteil einpendelnder Beamter, Auszubildender und Selbstständiger aus den umliegenden Städten nimmt hingegen schrittweise ab.

Die Daten von IT.NRW dienen der Pendlerrechnung Nordrhein-Westfalen seit 1998 nicht nur als Informationsquelle für Arbeitnehmer und -geber, sondern auch als wichtige Orientierung für Arbeitsmarktbeobachtungen und Strukturanalysen.

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