Jecke-Tön-Festival: Eschweiler feiert Weiberfastnacht mit Musik

Jecke-Tön-Festival : Mundartbands heizen Tausenden Fans ein

Beispiel: Norbert Laufs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse. Er war zum ersten Mal aus Aachen zum Festival nach Eschweiler gekommen. Und stellte neidlos fest: „Das hier übertrifft alles!“ Und meinte damit sowohl das Festival als auch Eschweilers Prinzengespann Paulo und Pedro. „Prinz und Zerm – solch staatse Kerle haben wir in Aachen nicht!

“ Was Paulo zu einer (von Laufs unwidersprochenen) Verdeutlichung veranlasste: „Das hier ist grandios!“ Zehn Nummern besser als alles, „was in Aachen je passiert ist!“

Laufs, der gemeinsam mit Moderatorin Renate Jansen und Gebietsdirektor Sascha Schaffrath die illustren Gäste auf der Bühne begrüßt hatte, hatte nicht nur Orden fürs Prinzengespann im Gepäck. Für Norbert Weiland, Präsident des Karnevalskomitees (Schaffrath: „Das Bestre, das Schönste, das Gewichtigste, was Eschweiler zu bieten hat!“) gab’s einen Scheck zum 8 x 11. Geburtstag.

Weiland bedankte sich mit dem Jubiläumsorden des Komitees bei Norbert Laufs, Sascha Schaffrath und Renate Jansen für die stetige Unterstützung von Vereinen, Kultur und Brauchtum durch die Sparkasse. Und zog auch das Publikum in seine Begeisterung mit ein: „Leev Fastelovendsjecke, wenn ich euch hier so stehen sehe, ihr glaubt gar nicht, wie stolz ich auf euch bin! Danke, Eschweiler!“

Jecke in der Region feiern Weiberfastnacht

Ähnliche Gefühle übermannten auch Zerm Pedro: „Wir haben ja soooviel Schwein, soooviel Glück“! Vielen, vielen Dank!“ Und Prinz Paulo ergänzte „in der geilsten Stadt im Rheinland“: „Das ist der Hammer! Es ist wunderschön, euch hier zusehen! Wir sind glücklich und richtig stolz!“

Klar, dass Prinz, Zerm und die „Pampers-Bomber“, sprich: Pagen, das musikalische Geschehen nicht allein den sieben Mundartbands überließen, sondern ihre Fans vor der Bühne auch selbst mit „jecken Tön“ verwöhnten. Und zwar sowohl mit dem Kinderlied als auch mit ihrem Sessionshit „Et Lääve es wie Fastelovend – laut und kunterbunt“.

Laut und kunterbunt

Laut und kunterbunt, so ging es auch vor und nach dem Besuch von Prinz, Gefolge und Komitee auf der Bühne zu. Den Auftakt zum 20. Festival (offiziell gefeiert wird in bester närrischer Tradition natürlich das 2x11. im übernächsten Jahr) hatten De Halunke mit Frontmann „Jünni“ Hagen gemacht, die hier auch ihren Sessionshit „Mir sinn wie mir sinn“ präsentierten. Als Nächste enterten De Frees die Bühne und heizten ihrem Publikum mit in die Beine gehendem Rock ’n Roll, aber auch mit Schunkelliedern ein. Auf Rock setzen auch die Jungs von Stabelsjeck, die gleich mehrere neue Songs vorstellten und mit „Steht auf, macht laut“ die musikalische Partyrichtung vorgaben.

Auf den Prinzenbesuch folgte Bohei. Zum dritten Mal war die frische, rockige Truppe, die auch außerhalb ihrer Heimatstadt Eschweiler große Erfolge feiert und diesmal unter anderem ihren Hit „Plan B“ vorstellte, beim Jecke-Tön-Festival dabei. Und stellte für sich fest: „Nie mehr Fastelovend – ohne Üch!“ Was Renate Jansen unterstrich: „Dreimal dabei – damit ist das Tradition. Die haben jetzt keine Schnitte mehr, hier noch mal wegzukommen.“ Das Publikum dürfte es freuen.

Zwei, die sich verstehen: Moderatorin Renate Jansen und Prinz Paulo I. Foto: Rudolf Müller

Alte Hasen auf der Jecke-Tön-Bühne sind die Jungs von Puddelrüh. Die Band, die in Köln ein dickes Lob von Rock-Ikone Jürgen Zeltinger einstrich („Die Jonge sin jott“), präsentierte ihren Fans hier unter anderem ihr neuestes Stück „Der schönste Augenblick“.

Aus einem fast unerschöpflichen Repertoire schöpfen können die Inde-Singers, Urgesteine der Eischwiele Fastelovend und seit sage und schreibe 50 Jahren auf der Bühne. Wenn auch natürlich nicht in derselben Besetzung. So ist jetzt Alt-Inde-Singer-Bassist Mathias Junk in den Ruhestand getreten. Ihn ersetzt Christoph Reck. Zudem verstärkte sich die Band um Mastermind Christian Leuchter mit Ralf Getz an der Gitarre. Sie verwöhnten ihre Zuhörer unter anderem mit einem Potpourri bekannter, aber heute nicht mehr allzu oft zu hörender kölscher Fastelovendslieder.

Für den rundum gelungenen Abschluss eines rundum gelungenen Festivals, das seines runden Geburtstags würdig war, sorgten die fünf Mannen der Kröetsch, die ebenfalls schon jahrzehntelange Bühnenerfahrung besitzen. Sie ließen es, was ihren Sessionshit betrifft, diesmal etwas ruhiger angehen: „Os Heimatstadt“ heißt ihre Ballade, die ein Loblied auf (nein: nicht Köln, sondern) Eschweiler, dessen Menschen und deren Gemeinsamkeiten singt.