In allen Unterrichtsfächern: iPad-Pilotprojekt für die Liebfrauenschüler

In allen Unterrichtsfächern : iPad-Pilotprojekt für die Liebfrauenschüler

Die Bischöfliche Liebfrauenschule startet ein Pilotprojekt, das der Schule den Weg in die Zukunft ebnen soll: Alle 21 Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b nutzen in allen Unterrichtsfächern iPads.

Digitalisierung. Ein Wort, das die unausweichliche Zukunft beschreibt. Und natürlich auch und gerade den Schulalltag verändern, ja revolutionieren wird. Die Verantwortlichen der Bischöflichen Liebfrauenschule starteten nun zu Beginn des inzwischen rund einen Monat alten Schuljahres ein Pilotprojekt, das der Schule den Weg in die Zukunft ebnen soll: Alle 21 Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b nutzen in allen Unterrichtsfächern iPads.

Zudem wurde die klassische Tafel durch eine digitale Tafel ersetzt, die es unter anderem ermöglicht, Unterrichtsinhalte direkt vom iPad auf den Bildschirm zu übertragen. „Im Rahmen dieses Pilotprojekts bemühen wir uns, den gesamten Schulhorizont im Blick zu behalten. Unser Ziel lautet, die Liebfrauenschule zeitgemäß aufzustellen und weiterzuentwickeln. Dies muss aber mit Augenmaß geschehen. Der Fokus unseres Tuns wird weiterhin auf der Schülerin beziehungsweise auf dem Schüler liegen, nicht auf dem iPad“, erklärt Schulleiter Carsten Gier.

Initiator des Pilotprojekts war und ist Klassenlehrer Francesco Romano, der in der Vergangenheit bereits positive Erfahrungen mit der ebenfalls von ihm angestoßenen Initiative des mobilen iPad-Koffers gesammelt hatte und vor einem Jahr mit der Idee der Projektweiterentwicklung an die Schulleitung herantrat.

Gemeinsam mit Mitstreiterin Anika Hoettgen und unterstützt von einem Lehrer-Team sammelt der Mathematik-Lehrer nun täglich neue Erfahrungen: „Die Schüler sind motivierter als zuvor, arbeiten einerseits konzentriert und selbstständig, unterstützen sich aber auch gegenseitig. Desweiteren lerne ich auch eine Menge von den Schülern“, so die Zwischenbilanz von Francesco Romano, der unterstreicht, dass der Unterricht nicht vollständig auf die iPads verlagert wird.

Sinnvoll und hilfreich

Vielmehr sollen diese als sinnvolles und hilfreiches Instrument zur qualitativen Verbesserung des Unterrichts eingesetzt werden. Kommunikatives und soziales Miteinander seien dabei unabdingbare Faktoren.

„Es geht nicht darum, dass die iPads die klassischen Lernmittel lediglich ersetzen. Es geht darum, das Lernen zu verändern“, betont Carsten Gier auch den gesellschaftspolitischen Aspekt des Projekts, das von den Eltern mitgetragen werde. Bei der Umsetzung gelte es, alle Dimensionen von Schulunterricht im Auge zu behalten. „Werte-Erziehung geht nicht mehr ohne Medien-Erziehung“, verdeutlicht der Schulleiter.

Das Schulkonzept der Bischöflichen Liebfrauenschule in Sachen „digitales Lernen“ stelle die Aneignung eines verantwortungsvollen und menschendienlichen Umgangs mit den neuen Medien innerhalb und außerhalb des Unterrichts in den Vordergrund. Auch weiterhin sei vorgesehen, dass alle Schülerinnen und Schüler bereits in der sechsten Jahrgangsstufe ein Zertifikat zum sicheren Umgang mit dem Internet und „Social-Media“ erwerben.

„Zudem wird das Gesamtkonzept erweitert, indem für die iPad-Klasse das Fach Methodenkompetenzentwicklung eingeführt wurde, in dem der Umgang mit dem iPad neben der technischen Frage vor allem den verantwortungsvollen Umgang den Mitmenschen gegenüber in den Vordergrund stellt“, so Carsten Gier.

Eltern mit auf dem Weg

Mit auf den Weg genommen werden sollen natürlich auch die Eltern. So wird es im November einen zusätzlichen Elternabend in der iPad-Klasse geben. Die Dauer des Pilotprojekts ist auf zwei Jahre festgesetzt. „Wir erachten es für unbedingt notwendig, zunächst Erfahrungen im schulischen Einsatz mit den Tabletts zu sammeln und diesen in regelmäßigen Abständen zu evaluieren. Die Ergebnisse dieser Bewertungen sollen dann genutzt werden, um Entscheidungen zu treffen, die die zunehmende Digitalisierung des Unterrichts etreffen“, erläutert Carsten Gier.