Eschweiler: Ingo Oschmann zeigt auch Opas Zaubertricks

Eschweiler: Ingo Oschmann zeigt auch Opas Zaubertricks

Ob der „Urlaub auf Balkonien“, das wohlige Knistern, das zu echten Schallplatten einfach dazugehört, oder Beipackzettel, in denen Kopfschmerz als mögliche Nebenwirkung von Kopfschmerztabletten aufgeführt sind — die Anekdoten von Ingo Oschmann begeisterten das Publikum im Talbahnhof.

„Bei einem Analthermometer steht sogar dabei: ,Alle Thermometer sind von uns persönlich getestet‘“, berichtete Oschmann zur Freude der vielen Gäste. Der aus dem TV bekannte Stand-up-Comedian ging auf der Kleinkunstbühne mit viel Interaktion zu Werke und band das Publikum oft in die Scherze mit ein, die mit lautstarken Lachern belohnt wurden. Und in die Zaubertricks, mit denen er bei seinem aktuellen Programm „Wunderbar — Es ist ja so!“ verblüffte. Oschmann zeigte unter anderem seinen ersten Trick, den sein Großvater ihm beibrachte, oder ließ aus einem flachen Zeichenblock eine Bowlingkugel poltern. In dem überwiegend humoristischen Teil seiner Show ging er zum Beispiel mit den heutigen Idolen der Jugend ins Gericht.

Paris Hilton entlarvte er als „Intelligenz-Allergikerin“, Justin Bieber hingegen kannte er bis vor kurzem noch gar nicht: „Ich dachte immer, das wär‘ das kleine Tier aus der Zahnpasta-Werbung.“ Dass die Namen mancher Teenie-Stars schon wie eine Geschlechtskrankheit klängen, verdeutlichte Oschmann mit dem Ausspruch: „Ich hab mir ‘nen Bushido beim Twittern geholt!“ In den 80er Jahren seien nicht nur die Idole besser gewesen, führte der Komiker aus: „Das einzige, was damals online war, war die Wäsche meiner Oma auf der Leine.“

Immer wieder schlug Oschmann auch leise Töne an, um Nostalgie mit Anflügen von Melancholie zu paaren, was schlussendlich in echten Brüllern und Krachern mündete. Wie seine Hommage an „Knight Rider“, die „realistischste Fernsehserie aller Zeiten“. „Der Hasselhoff hat ja immer mit seinem Auto gesprochen, genau wie mein Vater in der Garage.“ Der Versuch, auch privat witzig zu sein, sei Oschmann jedoch misslungen: „Ich hab‘ mal bei Mc Donald‘s einen Mac Gyver bestellt, doch der Angestellte hat keine Miene verzogen.“ Stattdessen habe er Oschmann die Bestandteile eines Burgers serviert und ihn aufgefordert, das Ding selbst zusammenzubauen. Auch Urlaubsreisen seien in den 80ern noch anders gewesen: „Wir haben keinen Cluburlaub in einer Anlage mit deutscher Leitung, deutschen Touristen und deutschem Essen gemacht.“

Auf die Frage, wie denn die drei Wochen Spanien gewesen seien, würden heute dagegen viele „Schnitzel“ antworten. Ein weiterer Auswuchs der Moderne sei an Oschmanns Neffen zu beobachten: „Der wird immer fetter. Der sitzt den ganzen Tag auf seinem dicken Hintern und klaut Musik aus dem Internet. Wenn wir in den 80ern Musik klauen wollten, mussten wir uns wenigstens noch die Jacke anziehen und in den Laden gehen.“