Älteste Boy-Band Eschweilers: Inde-Singers feiern 50. Geburtstag mit rauschendem Fest

Älteste Boy-Band Eschweilers : Inde-Singers feiern 50. Geburtstag mit rauschendem Fest

50 Jahre sind keine Ewigkeit im Universum, doch im menschlichen Universum schon. 50 Jahre ist mehr als ein halbes Leben und oftmals mehr als ein ganzes Leben einer Band. Weg von dem Philosophischen, hin zum Kurzen und Pragmatischen: Die Inde-Singers existieren nun seit 50 Jahren.

Dies ist Anlass, freudig innezuhalten und das tun sie. Die Eschweiler Mundart-Band feierte ihr halbes Jahrhundert mit einem Konzert in der Dürwisser Festhalle und wagt große Schritte mit Freunden aller Art.

Sabine Leisten (links) unterstütze als Gastsängerin die Inde Singers bei ihrem Jubiläumskonzert sowohl bei den leisen und lauten Tönen. Foto: Manuel Hauck

1968 ist möglicherweise für Vieles bekannt, in Eschweiler doch gewiss für eines: In diesem Jahr gründeten sich die Inde-Singers, heute einer der bekanntesten und langlebigsten Bands der Indestadt. Bürgermeister Rudi Betram zitierte sie als „älteste Boy-Band Eschweilers“, Karnevals-Komitee-Präsident Norbert Weiland charakterisierte sie als „Neues schaffende und neue Zeichen setzende Mundartgruppe“ und Muuzemändelcher-Vorsitzender Karl Josef Fricke zog respektvoll den Hut.

In die Liste der Gratulanten reihten sich weitere lokal und überregional bekannte Künstler und Freunde ein, einige von ihnen bewiesen mit Videobotschaften, dass ihnen die Inde-Singers ans Herz gewachsen sind.

Närrische Hitparade

Und so wurden die filmischen Glückwunsche bereits vor dem ersten Live-Ton präsentiert, um die ausverkaufte Festhalle Dürwiß auf mehr als zwei Stunden Konzertgenuss, aber vor allem auf den runden Band-Geburtstag einzustimmen. Viele Gäste waren von dort gekommen, von woher die Inde-Singers stammen: dem Eschweiler Karneval.

Als Musikgruppe der Karnevalsgesellschaft der „Kolpingsfamilie Böse Buben“ ist sie ihrem Verein auch heute noch treu verbunden, Pflichtprogramm ist die jährliche Mottositzung. Selbstverständlich ist dies bei weitem nicht das einzige Engagement der Inde-Singers. Über die Grenzen der Stadt hinaus reisen sie durch alle fünf Jahreszeiten, ein besonderer Höhepunkt in 50 Jahren Bandgeschichte war der Weg ins Fernsehen bei der Närrischen Hitparade des WDR im Jahr 1995.

Zahlreiche weitere Glanzlichter prägen die Bandgeschichte in fünf Jahrzehnten. So wurde der Eschweiler Stadtmarsch „Laridah“ in den 1980er Jahren von den Inde-Singers vertextet, nachdem das „La la la“ zu einsilbig erschien. Zudem wurden Kölner Songs umgedichtet, um für einen lokalen Bezug zu sorgen. Aber auch neben dem Texten engagierten sich die Inde-Singers durch verschiedene initiativen.

Sie erbrachten in gewisser Art und Weise die gedankliche Vorleistung für den heute rege besuchten Elften im Elften auf dem Eschweiler Markt und bewiesen mit dem „Jecke-Tön-Projekt“, dem „Warten aufs Christkind“ und den Mundartmesse gleichermaßen Liebe zur Musik und zur heimischen Kultur. Mit ihren Initialzündungen bemühte sich die Band aber ebenfalls stets darum, neue Wege zu beschreiten, auch bei ihren ganz eigenen Konzerten. „Ussjestöpselt“ und die Weihnachtskonzerte sorgen bis heute dafür, dass die leiseren Töne der Band abseits des Karnevals in ruhigerem Rahmen präsentiert werden.

Auch beim Jubiläumskonzert war es nicht möglich, die ganze Historie aus fünf Jahrzehnten abzureißen, hatten die Inde-Singers dazu jedoch eine Festschrift bereitgestellt, die das Nachlesen im Nachhinein ermöglicht. Die Musik stand jedoch zweifelsohne im Mittelpunkt. Siebenköpfig wurde sie zunächst einmal präsentiert.

Für Neuzugang Ralf Getz am Bass war das Band-Jubiläum die Premiere, ansonsten zeigten sich die Inde-Singers in gewohnter Besetzung: Christian Leuchter sang als Lead Vocal, Dominik Thomé muszierte am Schlagzeug, Heribert Dahlen an den Percussions, Jürgen Göbbels am Akkordeon, Guido Kuth an der Gitarre und Matthias Junk am Bass.

Letzterer wurde gleich zu Beginn bei der Bandvorstellung mit Jubel bedacht, er ist das verbleibende Gründungsmitglied, von Anfang an bei den Inde-Singers mit dabei. Musikalisch unterstützt wurde die Band von Sängerin Sabine Leisten und Stefan Franzen am Piano, vorerst. Schon in der ersten Hälfte zeigten die Inde-Singers ihr Können und boten Hits, die zum Mitsingen animierten, unter anderem mit „Hey ihr Jecke — jetz jeit et loss“. Kurzweilig war somit schon der Teil vor der Pause, ehe Großes die zweite Hälfte eröffnete.

Das Orchester der Städtischen Musikgesellschaft mit ihrem Dirigenten Jeremy Hulin erfüllte den Traum der Inde-Singers, mit Orchester zu musizieren. Gleichermaßen wie die Musiker ließ sich auch das Publikum von der orchestralen Kulisse mitreißen, mit dem Lied „Die Mädcher“ zeigte sich das Publikum zudem mehr als textsicher. Standing Ovations entlohnten die Band und das Orchester für die Mühen, die Songs neu arrangiert zu haben. Die Tempi wechselten, von ruhig zu schnell, doch das Finale sollte natürlich krachen, versprach Sänger Christian Leuchter.

„Manni der Esel“

Nachdem „Mani der Esel“ aus der Prinzen-Session von Leuchter aus dem Jahr 2014 wieder ausgepackt wurde und als einer der größten Mitsing-Lieder der Band gilt, folgte mit „Ohne dich..“ ein weiterer Publikumsliebling und bereitete auf den Höhepunkt für die Eschweiler Karnevalisten im Saal.

Der Laridah durfte nicht fehlen und sorgte mit der Vertextung der Inde-Singers für das ausgelassene Finale, das von einem Ensemble der damaligen Prinzenbläser und dem Orchester begleitet wurde. Im Anschluss an das Konzert ging das Jubiläum im Foyer weiter. Max Rinkens legte als DJ stimmungsvolle Musik für die After-Show-Party auf.

(mah)
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