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Eschweiler: In New Orleans zu Hause wie in Röhe

Eschweiler : In New Orleans zu Hause wie in Röhe

Geboren in Gerolstein, aufgewachsen in Eschweiler und in der ganzen Welt zu Hause ist Dr. Klaus Lumma. Am 11. Juni wurde er 60 Jahre alt. Bekannt ist er in Eschweiler sowohl durch seinen Beruf wie auch als Musiker.

Musik und Psychologie - beides ist für Klaus „Fats” Lumma Berufung. Der Erziehungswissenschaftler und Therapeut gründete das staatlich anerkannte Institut für humanistische Psychologie (IHP), dessen wissenschaftlicher Leiter er ist. „Rechtzeitig zum 60. Geburtstag”, sagt er lächelnd, hat er gerade als Herausgeber ein weiteres Buch vorgelegt: „âLösungsorientiert beraten & dabei sein” mit Beiträgen zum Thema Humanistische Psychologie.

Daheim ist Klaus Lumma in Röhe - unter anderem. Er formuliert es so: „Spätestens seit meinem fünften Lebensjahr, als ich von Gerolstein weg und in Eschweiler zur Schule musste, bin ich gewissermaßen gerne unterwegs. Am liebsten natürlich inzwischen in New Orleans - persönlich, beruflich und musikalisch.” Dort im Süden der USA ist er Mitglied der ältesten schwarzen Gemeinde von Katholiken, dort gehört er auch zur „Fritzels International Jazzband” und zum Lehrkörper des Gestalttherapie-Institutes New Orleans.

Viele Menschen in Eschweiler und der Euregio kennen ihn als Musiker, von Auftritten mit der Aachener Formation „Sun Lane LTD New Orleans Jazzband” oder auch mit dem Quartett „TWS Two Windhorns & Strings”. Und auch als Komponisten zu Hermann Josef Stumms Geschichte „Bilder in den Bäumen” und als Co-Initiator des Bühnenprojektes „Novecento - Die Geschichte vom Ozeanpianisten”, das dreimal ausverkauft im Eschweiler Kulturzentrum Talbahnhof lief.

Auch in den Niederlanden

Neuerdings findet man Lumma auch öfters in den Niederlanden, als Tenorsaxophonist der Hurricane Brassband von Maastricht. Diese Band war unter dem Namen „King Zulu Brassband” bei Max Kriegers erstem Eschweiler Jazzfestival dabei.

„Mit dieser Formation fühle ich mich auf eine ganz spezielle Weise verbunden”, sagt Lumma alias „Fats von Gerolstein”, wie sein Künstlername im Pass vermerkt ist. „Die boys und girls aus Holland haben gemeinsam mit der Sun Lane meinen Vater zu Grabe getragen. Er hatte sich eine Beerdigung im New-Orleans-Stil gewünscht, und so konnte sein Wunsch in Erfüllung gehen.”

New Orleans nennt Lumma seine „neue Heimat”, mindestens zweimal jährlich reist er dort hin. Mal als Gastprofessor, das andere Mal als Musiker und immer mehr auch ganz privat mit einem oder zweien seiner fünf Kinder oder mit seiner geliebten Frau Dagmar, die er übrigens seit beider Kindertagen kennen und lieben gelernt hat. Schon als er 13 war, habe er sie heiraten wollen, schmunzelt Lumma. Aber meine Eltern meinten, ich müsse erst einen anständigen Beruf erlernt haben.”

Großes Glück

Lumma studierte, finanzierte das Studium als Berichterstatter in der Eschweiler Lokalredaktion. Er wurde Lehrer für Englisch und Philosophie, eckte mit seinem Verständnis von Pädagogik allerdings an. Dass man ihn aus dem Schuldienst „weg ekelte”, wie er es formuliert, sieht er heute als großes Glück in seiner Entwicklungsgeschichte.

Mit 60 hat man noch Pläne. Wie sind seine? „Beruflich trainiere ich meine Nachwuchs-Lehrkräfte, so lange ich noch überwiegend im Lande bin.” Und in seinem Hobby, der Musik? Da will er die Gospel-Ideen seiner neuen Heimatgemeinde von Louisiana nach Deutschland holen: „Mein Kölner Kollege Thomas Droege und ich, wir nehmen den Aufbau eines Jugendchores zum Singen archaischer Hymnen und Gospels vor, begleitet von Jazz- und Bluesharmonien, wie es in meiner neuen Heimatgemeinde St. Augustine arrangiert wird.”

Lead-Sängerinnen und Chorleiter haben sie bereits gefunden. Klaus Lumma: „Wenn dieses Projekt gelingen kann, wird das mein schönstes Geburtstagsgeschenk sein.”