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In Köln erwischt! - Wobei?

In Köln erwischt! - Wobei?

Der eine klettert auf die Leiter, der andere auf die Palme: Unser Foto eines eine hölzerne Leiter erklimmenden Verwaltungsbeamten im Dachgemäuer des Eschweiler Hauptbahnhofs ließ zumindest einen unserer Leser nicht unberührt.

Die Kletterpartie, so unser Leser, sei absolut ungesetzlich gewesen, der Mann, so mutmaßt Helmut Hömann, habe wohl von den Unfallverhütungsvorschriften keine Ahnung. Und wenn doch - um so schlimmer: Ob da ein Beamter in voller Absicht der unfallbedingten Frühpensionierung entgegenklettere? Im Bewusstsein, weich zu fallen: nämlich aufs Portemonnaie der Steuerzahler?

Ich glaube, der angeprangerte Beamte wollte ganz einfach nur mal kurz aus dem Dachfenster schauen: Morgenluft wittern, Höhenluft schnuppern und auf seine unten wartenden Chefs herunterschauen können.

Ich gestehe: Ja, ich habe neulich in Köln einen Fotoapparat gekauft. Einen ganz kleinen. Dem Kölner Express war das ein Foto wert („Wir shoppen für den Aufschwung”), dem „Nachtwächter” Franz-Josef Dittrich sogar ein paar Reime bei der Prinzenproklamation: „...in die Fremde ist der Trend, un hee ze schubbe on motze statt hee ze losse et janze Jeld...”

Auch dem Citymanagement-Verein war meine Exkursion in die Welt jenseits des Kirchturms großformatige Kopien des Express-Ausschnitts wert. Erwischt!

Erwischt? Wobei? Beim Preisvergleich? Beim Nutzen des besten Angebots? So wie es Eschweilers Einzelhändler bei der Wahl ihrer Lieferanten auch tun? Und wie das jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand ohne Millionärseinkommen tut? Wenn das für die Citymanager so bemerkenswert ist, dann muss Eschweiler eine problemfreie Zone und eine Insel der Glückseligen sein.

Auch in Zukunft werde ich meine Kamera in Düren oder Köln, mein Auto in Aachen, meine Schuhe in Maastricht, meinen Kaffee in Raeren und meine Klamotten in Eschweiler kaufen. Oder sonst wo. Dort, wo der Preis für mich als Verbraucher stimmt - ob das nun Eschweiler ist oder nicht. Den nicht über den Tellerrand des eigenen Eintopfs hinausschauenden Globalisierungsgegnern zum Trotz.

P.S.: Ein paar Tage später habe ich noch eine Kamera gekauft. Bei Karstadt im City Center. Ob Karstadt, bundesweit agierender Filialist im gigantischen Quelle-Konzern, „Eschweiler” genug ist?

Leben und leben lassen. Das gilt nicht nur für den Einzelhandel, der seine Kaufkraft aus der Region schöpft, der er andererseits keinen Euro gönnt. Das gilt auch für die feierfreudigen Indestädter, die so langsam außer Rand und Band geraten. Die Fastelovend hat uns wieder. Und selbst die Schützen feiern wie jeck. Aber halt! Dürfen die das denn? Nein, meint Gerhard Deuster Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft Ulk Hehlrath: Es sei nicht Aufgabe der Schützen, Karnevalsveranstaltungen durchzuführen.

Soll doch jeder feiern, wie er will! Oder gehts auch da etwa nur ums Geld?

Alaaf zesamme!