In Eschweiler kümmern sich derzeit 35 Hausärzte um 58.000 Einwohner

Wohnortnahe hausärztliche Versorgung : Noch sind Hausärzte keine Mangelware

Übach-Palenberg hat ein Problem. Ein medizinisches. Auf die 24.800 Einwohner des Städtchens im Norden der Region kommen derzeit 14 Hausärzte – und davon sind sechs bereits 60 Jahre und älter.

Da drohen Versorgungslücken – und denen soll begegnet werden, indem Ärzten, die sich dort niederlassen, ihre Standort-Entscheidung mit 60.000 Euro Zuschuss aus dem Hausarzt-Aktionsprogramm des Landes versüßt wird.

Ein Programm, das für Eschweiler keine Bedeutung hat. Weil es die wohnortnahe hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen soll und deshalb auf Kommunen mit bis zu 25.000 Einwohnern  in Ausnahmefällen bei erheblicher Überalterung der Ärzteschaft bis zu 40.000 Einwohner – beschränkt ist.

Aber hätte Eschweiler eine solche Förderung überhaupt nötig? Die aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein sagen ein klares Nein.

Demnach sind derzeit im hausärztlichen Versorgungsbereich Eschweiler rund 35 Hausärzte ambulant tätig. „Der sich aufgrund der gesetzlichen Bedarfsplanung daraus ergebende Versorgungsgrad lag zuletzt bei rund 105 Prozent, was gemessen an den Planungskriterien für eine aktuell rechnerisch und formal stabile hausärztliche Versorgung spricht“, erklärt KV-Pressesprecher Christopher Schneider.

Ein Drittel über 60 Jahre

Und im Gegensatz zu Übach-Palenberg ist an der Inde auch die Altersstruktur nicht besorgniserregend:  Von den derzeit im Bereich Eschweiler tätigen Hausärzten sind 32,5 Prozent über 60 Jahre alt – und damit steht Eschweiler leicht besser da als der Durchschnitt des KV-Bezirks: Nordrheinweit sind 32,7 Prozent der Hausärzte über 60 Jahre alt.

Weitere Niederlassungen sind kein Thema, das auf den Nägeln brennt. „Bis zum Erreichen der maximal möglichen Anzahl an Hausarzt-Sitze könnten in Eschweiler derzeit noch zwei Hausärzte voll zugelassen werden“, erläutert Christopher Schneider. „Dann wäre ein Versorgungsgrad von 110 Prozent  erreicht und der Bereich würde für weitere Zulassungen gesperrt. Allerdings wäre die Übernahme bestehender Praxen im Rahmen der Nachfolge weiterhin möglich.“

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