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Eschweiler: In der Eishalle kämpfen die „Snowtigers”

Eschweiler : In der Eishalle kämpfen die „Snowtigers”

Sie haben einige der letzten Meisterschaftsspiele in der Landesliga zwar verloren, ihren unbändigen Optimismus auf zukünftig bessere Ergebnisse aber nicht eingebüßt: die „Snowtigers” vom Euregio-Eissport-Club Eschweiler.

An der August-Thyssen-Straße wird mittlerweile wieder recht attraktives Eishockey gespielt. „Natürlich wollen wir uns nicht mit den Grizzlies der 80er und 90er Jahre vergleichen. Die konnten nach dem Neubau der Eissporthalle in Eschweiler den regionalen Eishockeyboom voll mitnehmen und zeitweise mehr als 1000 Zuschauer begrüßen.”

Jürgen Leibel als 1. Vorsitzender des Euregio-Eissportclubs Eschweiler war schon zu „Grizzly-Zeiten” bei den Kufenflitzern aktiv und ist geradezu idealer Gesprächspartner, die Eishockeyszene des Aachener Raumes zu beschreiben. Als sich die Grizzlies Mitte der 90er Jahre auflösten, ging er mit etwa zehn Spielern nach Aachen, um dort im Aachener Eissportclub sein Hobby weiterhin betreiben zu können. Natürlich veränderten sich die Rahmenbedingungen damit schlagartig. Aber auch die Zeit in der Eissporthalle am Tivoli war nicht zuletzt wegen des enormen Kostendrucks problematisch.

Neuerliche Farce

Im Oktober 1998 ergab sich dann auch die Trennung von Aachen, weil der Hallenbesitzer aus Kostengründen sogar einmal ein Meisterschaftsspiel mit dem Lichtschalter beendete. Danach fuhren die Cracks eine Zeit lang nach Valkenburg, um dort zu trainieren und zu spielen.

Als der Verband aber aus einer Vielzahl unverständlicher Anordnungen verlangte, die Halle in Valkenburg nach deutschem Baurecht abnehmen zu lassen, war nach einer neuerlichen Farce auch diese Episode vorbei - und man nahm wieder Kontakt zum Eishallenbesitzer Walter Dohmen in Eschweiler auf, der ja zwei Jahre lang keinen Eissportclub mehr in seinem Hause hatte.

Im Januar 1999 kam es dann nach dem Ortswechsel von Aachen nach Eschweiler zur Gründung des Euregio-Eissport-Clubs Eschweiler und Jürgen Leibel wurde 1. Vorsitzender.

Zur Zeit des Wechsels an die Inde hatte der Verein nur noch drei Jugendmannschaften im Spielbetrieb, wobei die Ältesten (15-17 Jahre) in der zweithöchsten deutschen Liga spielten. In der Spielzeit 2000/01 wurde erstmalig auch eine Seniorenmannschaft für den Spielbetrieb gemeldet. Diese Mannschaft entstand zu 80 Prozent aus dem eigenen Nachwuchs.

Zwei Jahre später, in der Spielzeit 2002/03, stieg man als Bezirksligameister in die Landesliga NRW auf. In dieser Liga steht das Team, dessen Spieler sämtlich aus der Region stammen, derzeit unter sieben Mannschaften auf dem 5. Platz, wobei ein 4. Platz zur Aufstiegsrunde reichen würde.

„Unser großes Problem für eine überzeugende Außendarstellung ist die Lage der Heimspiele”, fährt Jürgen Leibel weiter fort. „Ich wage zu behaupten, wenn wir den Freitagabend wieder als Spieltag bekämen, hätten wir innerhalb kurzer Zeit 300 Zuschauer. Als Nebenwirkung könnten wir dann auch wieder auf eine Jugendmannschaft hoffen. Die Kinder, die momentan bei uns spielen, sind diejenigen, deren Eltern auch ohne Spielbetrieb monatlich 18 Euro Beitrag zahlen. Ein Erwachsener hat dagegen ohne die eigenen Unkosten für Ausrüstung und Anfahrt monatlich 31 Euro zu zahlen. Dies ist bei einer Hallenmiete von 150 Euro pro Stunde unabwendbar.”

Der Trainer ging

Diese Einstellung zum Hobby Sport würde einem Fußballspieler der Landesliga wohl gerade mal ein müdes Lächeln abtrotzen.

Allerdings erklärte kürzlich Trainer Dieter Lüssem nach unerwarteten Niederlagen, er „erreiche das Team nicht mehr”, und stellte sich somit ohne Druck von außen selbst in Frage. Momentan hat der Spieler Jens Schiffer das Training übernommen und man wird sehen, wie sich das Team entwickelt. Im Interesse einer reichhaltigen Streubreite des lokalen Sportangebotes sei ihnen für die Zukunft alles Gute gewünscht.