Eschweiler: Im „Zauberwald” werden Kinder zu Wasserratten

Eschweiler: Im „Zauberwald” werden Kinder zu Wasserratten

Dass Kinder schon früh schwimmen lernen, ist heute nicht mehr selbstverständlich. Die Verantwortlichen der Kindertagesstätte „Zauberwald” in der Johanna-Neuman-Straße haben dies erkannt und steuern dagegen.

Sie nutzen die Nähe ihrer Einrichtung zur Schwimmhalle in der Jahnstraße, wo sie seit Jahren an jedem Donnerstagmorgen zahlreichen Vorschulkindern die Gelegenheit bieten, erste Erfahrungen mit dem Element Wasser zu sammeln. Auch in diesem Kindergartenjahr sind wieder 25 Kinder mit von der Partie, acht von ihnen haben sogar das „Seepferdchen” erworben.

„Es gilt, Kindern den Bewegungsraum Wasser zu eröffnen, auch um sie vor Gefahren zu schützen. Deshalb sollten Kinder so früh wie möglich an Wasser gewöhnt werden und schwimmen lernen”, betont Manuela Ogbevoen. Die Erzieherin, die im Besitz des DLRG-Rettungsscheins ist, bietet gemeinsam mit ihren Kolleginnen und unterstützt von engagierten Eltern bietet ihren Schützlingen die verschiedensten Bewegungsspiele im Wasser an. „Die Kinder sollen spielerisch die Scheu vor dem Wasser verlieren. Auf einer Wasserrutsche oder beim Sprung ins Wasser können sie ihren Mut unter Beweis stellen. Das macht nicht nur Spaß, sondern stärkt auch das Selbstbewusstsein der Kinder”, nennt Manuela Ogbevoen einen weiteren positiven Aspekt.

Ziel des Schwimmprojekts, das seit Jahren einen wichtigen Teil des Gesamtkonzepts der Tageseinrichtung ausmacht, ist, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre motorischen und koordinativen Fertigkeiten zu verbessern. „Etwas ängstliche Kinder werden von uns sanft ermutigt, an den spielerischen Aktivitäten teilzunehmen. Selbstbewusste Kinder fühlen sich sicher, stark und fit und können im Vertrauen auf ihre Fähigkeiten Gefahrensituationen im und außerhalb des Wassers bewältigen.”

Der Beginn des Projekts liegt jeweils im September. Bis zum Jahreswechsel steht dann zunächst die Gewöhnung an das meist noch relativ unbekannte Element auf dem Programm. Ab Januar bis zum Ende des Kindergartenjahres haben die „Nachwuchswasserratten” dann die Gelegenheit, das „Seepferdchen” zu erwerben. Dazu müssen sie in der Lage sein, sich eine Bahn (25 Meter) im großen Becken angstfrei über Wasser halten zu können. „Eine echte Schwimmtechnik ist natürlich gut, aber nicht unbedingt erforderlich”, so Manuela Ogbevoen, die betont, dass selbstverständlich kein Kind irgendeine Übung unter Zwang absolviert.

„Schwimmen rettet Leben - das eigene und manchmal auch das Leben anderer. Deshalb wollen wir den Kindern vor allem das selbstverständliche und vertraute Bewegen im Wasser vermitteln. Das Erlernen der Schwimmbewegungen richtet sich dagegen nach der individuellen Leistungsfähigkeit und der Freude des Kindes”, erklärt die Mitarbeiterin der Kindertagesstätte. Und die Freude der Kinder geht so weit, dass manche sogar den Sprung vom 3-Meter-Brett wagen.