Eschweiler: Im März rollen an der Hompeschstraße die Bagger an

Eschweiler: Im März rollen an der Hompeschstraße die Bagger an

Kanäle aus den Jahren 1906 und 1939, eine Straßendecke, deren Zustand in Teilen nur als desaströs bezeichnet werden kann sowie ineffiziente, also „stromfressende“ Laternen — die Hompeschstraße als „Außenposten“ der südlichen Innenstadt präsentiert sich momentan als stark sanierungsbedürftig. Deshalb werden im kommenden Jahr die Bagger anrollen.

Voraussichtlich zwischen März und August sollen die defekten Kanäle im Bereich zwischen der Bismarck- und der Martin-Luther-Straße ausgetauscht und die öffentlichen Verkehrsflächen sowie die Beleuchtung im Abschnitt zwischen Bismarck- und Kaiserstraße vollständig erneuert werden. Im Rahmen einer Bürgerversammlung im Ratssaal des Rathauses informierten nun am frühen Donnerstagabend Vertreter der Stadt, der Wirtschaftsbetriebe Eschweiler sowie des Aachener Ingenieurbüros BFT die Grundstückseigentümer und Anwohner der Hompeschstraße über den aktuellen Planungsstand der Baumaßnahme.

„Die schadhaften Kanäle und Anschlüsse, die ineffiziente Beleuchtung und nicht zuletzt der desolate Zustand der Straße, in dieser Hinsicht belegt der südliche Teil der Hompeschstraße wohl einen Platz unter den ersten Dreien in Eschweiler, machen diese Baumaßnahme dringend notwendig“, erklärte Dr. Bernd Hartlich, Leiter des Planungs- und Vermessungsamtes der Stadt Eschweiler, zum Auftakt der Veranstaltung. Trotzdem beinhalte die Planung, in die Vorschläge und Hinweise seitens der Anwohner und Eigentümer noch aufgenommen werden könnten, „nichts Revolutionäres“. So bleibe es bei einer Straßenbreite von insgesamt sechs Metern, wobei das Parken in Zukunft nur noch auf der Straße und nicht mehr auf dem Gehweg ermöglicht werden soll.

„Die Zahl der Parkplätze wird aber im Vergleich zur aktuellen Situation exakt gleich bleiben“, versicherte der Diplom-Ingenieur. Der momentan vor allem in den Bereichen der Zufahrten nicht auf die tatsächliche Belastung ausgelegte Gehweg werde deutlich verstärkt. „In Sachen Beleuchtung werden wir auf die äußerst energieeffiziente LED-Einheitsleuchte der Stadt Eschweiler zurückgreifen“, machte Hartlich deutlich. Eine Begrünung durch die Anpflanzung von Bäumen sei jedoch auf Grund des beengten Raumes so gut wie unmöglich und deshalb nicht vorgesehen.

Thomas Skowasch vom Ingenieurbüro BFT zeigte auch anhand von Bildern den schlechten Zustand der Kanäle auf: „Unter anderem Risse, Wurzeleinwuchs und Verschiebungen haben dazu geführt, dass der Kanal den vorgeschriebenen technischen Anforderungen nicht mehr entspricht. Die Situation ist nicht mehr tolerierbar.“ Im Zuge der Erneuerung werde der Hauptkanal auf die Dimension DN600 (ein Querschnitt von 60 Zentimeter) vergrößert. Im nördlichen Bereich zwischen Kaiser- und Martin-Luther-Straße soll vom bisherigen Trenn- auf das Mischsystem umgestellt werden. „Während der Bauarbeiten wird auch der Zustand der Anschlusskanäle überprüft, wobei jeder Eigentümer individuell über den eventuellen Sanierungs- beziehungsweise Erneuerungsbedarf informiert wird“, so Thomas Skowasch.

Den vorgesehenen Zeitplan skizzierte Dr. Bernd Hartlich: „Nach dieser Bürgerversammlung werden wir die Anregungen und Hinweise der Anwohner und Eigentümer soweit als möglich in unsere Planungen aufnehmen und diese den Mitgliedern des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses zur Sitzung am 8. Dezember vorlegen. Die Zustimmung der Ausschussmitglieder vorausgesetzt, wird die Ausschreibung und die Vergabe um den Jahreswechsel herum erfolgen. Der Baubeginn ist für März mit der Erneuerung des Kanals von Süden nach Norden, der Start erfolgt also im Bereich Bismarckstraße, vorgesehen. Weiterhin sieht die Planung vor, die Maßnahme im August abzuschließen.“ Deren Gesamtkosten werden mit 650.000 Euro veranschlagt. Davon entfallen 250.000 Euro auf die Straßen- sowie 345.000 Euro auf die Kanalsanierung. Auf 55.000 Euro werden die Kosten für die Erneuerung der Anschlüsse geschätzt.

Eigentümer werden beteiligt

Nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) sowie der Satzung der Stadt Eschweiler werden die Grundstückseigentümer an diesen Kosten beteiligt, wie Verwaltungsmitarbeiter Thomas Rehahn den Versammlungsteilnehmern abschließend mitteilte. „Die Schätzkosten belaufen sich bei dieser Maßnahme auf 3 bis 4,50 Euro pro Quadratmeter des jeweiligen Grundstücks und werden frühestens im dritten Quartal des Jahres 2018 erhoben“, so der Blick in die Zukunft.

„Darin sind allerdings nicht die eventuell anfallenden Kosten für die Hausanschlussleitungen enthalten“, räumte der Technische Beigeordnete Hermann Gödde am Donnerstag ein. „Diese belaufen sich auf 450 bis 500 Euro pro Meter Rohr“, ergänzte Sven-Axel Neubert von den Wirtschaftsbetrieben Eschweiler.

Dem Vorschlag eines Versammlungsteilnehmers, auch den Bereich zwischen Bismarck- und Kaiserstraße zur Einbahnstraße zu erklären, erteilte Dr. Bernd Hartlich eine Absage. „In diesem Abschnitt ist Begegnungsverkehr nur in den Bereichen der Zufahrten möglich. Dies ist bewusst so angelegt, damit der Effekt einer verkehrsberuhigten Zone erreicht wird. Eine Einbahnstraße würde nur zu schnellerem Fahren einladen.“

(ran)