Eschweiler: Im Juni werden die Kirchen St. Michael und Herz Jesu entwidmet

Eschweiler: Im Juni werden die Kirchen St. Michael und Herz Jesu entwidmet

Die Termine für die Entwidmungen der Kirchen St. Michael und Herz Jesu stehen fest. Am Sonntag, 14. Juni, wird der letzte Gottesdienst in St. Michael gehalten. Eine Woche später (21. Juni) wird die letzte Messe in Herz Jesu gehalten. Beide Gottesdienste beginnen um 10 Uhr. Was mit den Gebäuden geschieht, ist noch nicht klar.

Der Kirchenvorstand sucht nun nach Lösungen. Derweil befindet sich der Pfarrgemeinderat in Gesprächen mit den Vertretern der Vereine, die die Kirchen als Treffpunkte nutzen. Für die Vereine muss eine neue Heimat gefunden werden.

16 Vereine nutzen die Räume in der Kirche In St. Michael. Für 15 habe man eine neue Heimat gefunden, sagt Diakon Bernhard Habermeyer. Die Kirche St. Michael wird unter anderem von den anonymen Alkoholikern, der Kolpingsfamilie, von Senioren und der Heimbach-Bruderschaft genutzt. Zudem finden Gottesdienste und auch Kleinkindergottesdienste dort statt.

„Wir sind eine Gemeinde“

Die Gespräche mit den Vereinen, die die Kirche Herz Jesu nutzen, beginnen in diesen Tagen. Warum mit den Vereinen in Eschweiler-Ost bislang nicht gesprochen wurde, hat einen einfachen Grund. Im Juni des vorigen Jahres wurde beschlossen, die beiden Kirchen St. Michael und Herz Jesu nicht mehr zu bezuschussen. Allerdings gab es die Möglichkeit, Arbeitsgruppen zu bilden, die eine alternative Finanzierung prüfen. In St. Michael wurde eine solche Gruppe nicht gebildet, in Herz Jesu schon. „Wir wollten natürlich erst die Ergebnisse abwarten“, betonen sowohl Bernhard Habermeyer, als auch Pfarrer Christoph Graaff. „In dem Konzept steckte viel guter wille, aber es war nicht verlässlich“, sagt Christoph Graaff. Aus diesem Grund hat der Kirchenvorstand diesem Konzept schließlich eine Absage erteilt.

In Eschweiler-Ost müssen die Verantwortlichen der Kirche mit wesentlich weniger Vereinen sprechen. Unter anderem sind die slowenische Gemeinde, eine Blockflöten- und die Stermsingergruppe in der Kirche untergebracht. Die Gespräche sollen jetzt beginnen. Pfarrer Christoph Graaff stellt klar: „Es geht nicht um ein Gegeneinander. Wir sind eine Gemeinde.“

„Nicht irgendein Club“

Die St.-Longinus-Schützen hatten jetzt Bedenken geäußert. Da ihr Schützenheim samt Schießstand auf kirchlichem Gelände liegt, befürchten sie, nach der Entwidmung der Kirche weichen zu müssen. Diese Sorge können die Kirchenvertreter den Schützen derzeit nicht nehmen. „Die Schützen sind ja nicht irgendein Club, sondern ein Verein der Kirche“, sagt Christoph Graaff.

Zurück zu den Entwidmungen der beiden Kirchen. Die Termine seien jetzt festgelegt worden, um einen Abschluss zu schaffen, so die Verantwortlichen. Am 14. und 21. Juni finden die letzten beiden Gottesdienste statt und an diesen beiden Sonntagen wird es keine anderen Gottesdienste in der Pfarre geben. Symbolisch werden an diesen Sonntagen unter anderem das Allerheiligste, also der Heiland, aus der Kirche getragen, die Reliquien aus dem Altar entnommen und die Altarkerzen gelöscht.

Man werde bewusst auf andere Messen in der Pfarre verzichten, um alle Bürger der Gemeinde mit einzubinden. Natürlich werde dies eine traurige Feier, weiß der Pfarrer. Allerdings wünscht er sich danach eine Zeit des Aufbruchs. „Es ist für alle etwas Neues“, sagt Graaff und ergänzt: „Wir dürfen nicht in der Trauer stecken bleiben. Das erstickt jeden weiteren Entwicklungsprozess.“

Ein weiterer Termin

Im Rahmen der Fronleichnamsprozession werden die Gläubigen zudem in diesem Jahr von Herz Jes und St. Michael aus zur Kirche St. Peter und Paul ziehen.

Zudem wird ein Werk der Künstlerin Hanne Werhan als Leihgabe in Eschweiler sein. Das Bild „Neulandsuche“, das die Künstlerin für die Heiligtumsfahrt angefertigt hat, symbolisiere den Prozess, vor dem die Gemeinde jetzt stehe, so Graaff und Habermeyer.

Ein weiterer Termin steht ebenfalls fest: Am 30. August, 14.30 Uhr, wird der Nachfolger von Pfarrer Andreas Frick ins Amt eingeführt. Michael Datené, Pfarrer der Pfarrei Christus unser Friede in Herzogenrath-Kohlscheid, wird Nachfolger Fricks, der seit Anfang Januar neuer Generalvikar in Aachen ist.

Mehr von Aachener Zeitung