1. Lokales
  2. Eschweiler

Eschweiler: Im Bus geben sie sich das Ja-Wort

Eschweiler : Im Bus geben sie sich das Ja-Wort

Von diesem Tag träumt jeder gestandene Fastelovendsjeck in Eschweiler: Eenmol Prinz ze sinn! Am Samstag wird dieser Traum in der Festhalle Dürwiß für Frank Fischer Realität.

Die Entscheidung fiel im Bus. Genauer gesagt: Während einer Fahrt mit der Showtanzgruppe der Nothberger Burgwache.

Staatsstreich

Frank Fischer hatte einen Staatsstreich angezettelt und sich selbst zum Präsidenten der Formation gekürt. Dafür wurde er auch mit einem Hut dekoriert, den eine rosa Federboa schmückte.

Michael Wirtz ließ keine Gelegenheit aus, Fischer vom Thron zu stoßen. Vergeblich. Der Versuche offensichtlich überdrüssig, gab er auf: Man entschied, es gemeinsam zu versuchen. Als Prinz und Zeremonienmeister in Eschweiler.

Jahre vergingen

Doch bis zur offiziellen Kandidatur vergingen noch einige Jahre. Bei der Jahreshauptversammlung vor zwei Jahren meldete sich Wirtz schließlich zu Wort, als nach einer Prinzenkandidatur zum Jubiläum gefragt wurde. „Frank Fischer und ich wollen antreten.” Gegenkandidaten im eigenen Verein gab es keine.

Nur der Prinzenkandidat wusste noch nichts von seinem Glück, denn er war beruflich verhindert, als das Geheimnis preisgegeben wurde. Also fragte der Vorstand vorsichtshalber per Telefon nach.

„Spontaner mensch”

Dass die Antwort eindeutig ausfiel, ist heute bekannt. „Ich bin ein spontaner Mensch”, urteilt Frank Fischer über sich selbst. So will er es auch als Prinz halten, offen und herzlich auf die Menschen zugehen.

Dass er mit Gattin Nicole die richtige Partnerin an seiner Seite weiß, steht außer Frage. Das ehemalige Tanzmariechen der KG Narrengarde Dürwiß und Mitglied der Showtanzgruppe Nothberg kennt sich in der Eischwiele Fastelovend bestens aus.

Michael Wirtz gilt als ruhender Pol, daher kommt auch der Name „Bärchi”. „Er hat ein Gemüt wie ein Bär, ich habe ihn noch nie aufgeregt gesehen”, betont Fischer.

Große Unterstützung

Der Industriemeister bei Facab Lynen lässt sich in der Tat nicht beirren. Schon seit Kindesbeinen trägt er Rot-Gelb, schließlich war Vater Paul-Konrad Wirtz Mitglied des Elferrates. Und so kommt es auch nicht von ungefähr, dass die gesamte Gesellschaft das Duo nach Leibeskräften unterstützt.

Nach der Prinzenwahl kam der Tross schon in den Genuss, was in den nächsten sechseinhalb Wochen auf die Eischwiele Fastelovend zukommt. Gleich 17 Menschen wurden Zeuge bei der Anprobe des Prinzenkostüms, das übrigens von Irene Tings von der KG Ulk Oberröthgen geschneidert wurde: „Alle hatten versprochen, nicht zu lachen”, erzählt Frank Fischer. Gehalten wurde dieses Versprechen jedoch nicht.

Sekretär Heinz-Willi Thielen und Prinzenführer Heinz-Josef Bisdorf alias „Lupo” zählen in der Session zu den wichtigsten Menschen für das Gespann. Sie koordinieren die Termine, regeln die Abläufe, kümmern sich um das Tagesgeschäft. Über 200 Termine sind schließlich zu bewältigen.

Die Vorbereitungen hierfür sind fast abgeschlossen. Dabei bemühten sich Frank Fischer und Michael Wirtz, die meisten Dinge mit den Geschäften vor Ort zu regeln: „Ich bin schließlich auch ein Prinz in Eschweiler”, gibt sich Fischer bodenständig.

Nervosität ist da

Inzwischen hat die Nervosität die beiden gepackt. „Wenn einem jedoch in der Session die Sympathien der Menschen entgegenfliegen, dann sind alle Mühen schnell vergessen”, sind sich Fischer und Wirtz sicher.