Eschweiler: Im April sollen die Bälle beim TC Blau-Gelb wieder fliegen

Eschweiler : Im April sollen die Bälle beim TC Blau-Gelb wieder fliegen

Dass die Cracks des Tennisclubs Blau-Gelb in diesen Wochen seltener ihre Schläger in die Hand nehmen, ist nichts Ungewöhnliches. In den Wintermonaten stehen nur Trainingseinheiten in der Halle auf dem Programm. Einige Mitglieder greifen in diesen Tagen jedoch regelmäßig zum Werkzeug: Die Tennisanlage in Dürwiß wird gerade auf Vordermann gebracht.

Von professionellen Handwerkerfirmen, aber auch von zahlreichen Helfern des Tennisvereins Blau-Gelb. Im Mai, so plant der Verein, sollen die ersten Meisterschaftsspiele nach dem Umzug vom alten Domizil an der Jahnstraße auf der Dürwisser Anlage ausgetragen werden. Allerdings ist noch einiges zu tun — auch von der Stadt Eschweiler.

Handarbeit: Die Vereinsmitglieder haben in Eigenregie eine neue Terrasse gelegt. Auch das Innere des Vereinsheims wird derzeit komplett neu gestaltet. Die Stadt Eschweiler ist für den Neuaufbau von acht Plätzen auf der Anlage zuständig. Foto: Achim Zimmermann

Zwischen Stadt und Verein ist vereinbart, dass eine funktionstüchtige Anlage übergeben wird. Dies bedeutet, dass acht von ursprünglich zehn Plätzen erneuert werden. In den vergangenen Jahren waren sie kaum genutzt worden. Nachdem es zwischen dem dortigen Pächter und dem Dürwisser Tennis-Club zum Krach gekommen war, lag die Anlage größtenteils still.

Handarbeit: Die Vereinsmitglieder haben in Eigenregie eine neue Terrasse gelegt. Auch das Innere des Vereinsheims wird derzeit komplett neu gestaltet. Die Stadt Eschweiler ist für den Neuaufbau von acht Plätzen auf der Anlage zuständig. Foto: Achim Zimmermann

Einige der damaligen Mitglieder schlossen sich dem TC Blau-Gelb an, mit dem sogar eine Fusion im Gespräch war. Diese Ereignisse sind inzwischen Geschichte, genauso wie der Verein TC Rot-Weiß Dürwiß, der sich auflöste. Als Anfang September der Vertrag zwischen dem Tennisclub-Vorstand und der Stadt Eschweiler unterschrieben wurde, wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Aufgabe des alten Clubhauses

Seit der Schlüsselübergabe wird tagtäglich auf der Anlage gearbeitet, damit der Saisonstart eingehalten werden kann. Während sich die Stadt um die Bewässerungsanlage, die Drainage, Zäune und Plätze kümmern muss, richten die Club-Mitglieder des Vereinsheims fast komplett neu her. Dort sind die Arbeiten inzwischen fortgeschritten, wenn auch noch lange nicht beendet.

Die neue Terrasse wurde in Eigenleistung gelegt. Auch innen geht es hoch her: Die alte Theke wurde herausgerissen, eine neue wurde in Eigenregie gebaut. Um Geld zu sparen, zog die Küche vom ehemaligen Blau-Gelb-Vereinsheim an der Jahnstraße mit nach Dürwiß um. Die Elektrik und Sanitäranlagen werden komplett ausgetauscht, die Duschen erhalten neue Fliesen.

Diese Aufträge wurden an eine Firma vergeben. Etwa 80.000 Euro überwies die Stadt Eschweiler für die Aufgabe des vereinseigenen Clubhauses auf der Jahnstraßen aufs Vereinskonto. Zu einem großen Teil soll dieses Geld nun in die Sanierung der Dürwisser Anlage fließen.

Bei der ersten Besichtigung stieß man auch auf Schwierigkeiten: Die Statik des Gebäudes musste nachgebessert, weitere Fundamente in den Boden gelassen werden. Auch der große Raum im Kellergeschoss kann nun nicht mehr genutzt werden. Er erfüllt nicht mehr die Anforderungen des Brandschutzes, der mehrere Fluchtmöglichkeiten und Brandschutztüren vorsieht. Bei den Verantwortlichen des TC Blau-Gelb sieht man dies mit Bedauern: Ursprünglich wollte man dort einen Raum für den Tennis-Nachwuchs einrichten.

Raum für Ideen besteht dennoch reichlich, wie man im Clubraum schon jetzt bewundern kann. Da eine Zwischenwand herausgerissen wurde, sprachen die Mitglieder darüber, was mit dem dadurch entstandenen Loch im Boden geschieht. Das Ergebnis der Diskussion kann sich sehen lassen: In das Loch wurden Sand, zwei alte Tennisschläger und weiße Tennisbälle gelegt, das Ganze wird nun in wechselnden Farben beleuchtet und ist mit einer Plexiglasscheibe verdeckt.

Auch bei der Gestaltung der Theke galt zwar einerseits das Gebot der Sparsamkeit, allerdings soll es optisch wirken. Das Bauteam des Clubs um Achim Zimmermann verwirklicht schließlich ein Konzept, das auf indirekte Beleuchtung setzt.

Wie viele Stunden Zimmermann und seine Mitstreiter seit Beginn der Arbeiten im bald schmucken Vereinsheim verbracht haben, lässt sich nicht genau beziffern. „Es werden einige Hundert bisher gewesen sein“, sagt er. Er ist genau wie andere Mitglieder handwerklich geschult oder in einem Handwerksberuf tätig. Dies half den Vereinsverantwortlichen, schnell Ideen umzusetzen.

Zum Kernteam zählen neben Zimmermann noch Werner Goldner, Peter Mohren, Achim Naeven, Dirk Reinartz, Ralf Hommelsheim und Theo Nier. Die Wohnung im Vereinsheim hat Uli Erz bezogen, der vom Club hauptamtlich für die Zeit der Sanierung beschäftigt wird.

Aufbruchstimmung

Alles soll vor dem Saisonstart fertig und herausgeputzt sein, schließlich hoffen die Blau-Gelben, mit der neuen attraktiven Anlage auch neue Mitglieder gewinnen zu können. Am 16. März soll die Mitgliederversammlung erstmals im neuen Vereinsheim stattfinden.

Anfang April sollen die Plätze spielbereit sein, am 28. April findet ein „Tag der offenen Tür“ auf der neuen Anlage statt. Mit dem Tennis-Verband wurde vereinbart, dass die ersten Heimspiele Anfang Mai über die Bühne gehen. Zuvor müssen allerdings noch die kleine Tribüne gebaut, die Zäune abgesenkt und die Plätze erneuert werden — was vertraglich von der Stadt zugesichert wurde.

Gelingt es dem TC Blau-Gelb, Menschen für den Verein zu begeistern, ist sogar noch eine Erweiterung möglich: Die Plätze 9 und 10 in Dürwiß werden aktuell noch nicht in Anspruch genommen. Nach zwei Jahren endet die Option für den Verein, auch diese Fläche zu nutzen. Allerdings bestehen schon jetzt Überlegungen, was mit der Fläche geschehen könnte. Kein Zweifel: Wurde der Umzug nach Dürwiß anfangs skeptisch betrachtet, herrscht nun Aufbruchstimmung…

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