Eschweiler: Hücheln: Am Anfang war das Wort

Eschweiler : Hücheln: Am Anfang war das Wort

Die heilige Familie im Stall von Betlehem, umgeben von Hirten mit ihren Tieren und ab dem 6. Januar die heiligen drei Könige - dies ist hierzulande die traditionelle Darstellung einer Krippe.

Dass es auch andere Möglichkeiten gibt, die Geburt Jesu zu symbolisieren, war in der Hüchelner Gemeinde St. Johannes Baptist zu sehen.

Dort stand seit dem 1. Weihnachtstag eine sogenannte „Johanneskrippe”, in der nicht das Jesukind, sondern eine Kerze und eine Prunkbibel, in der der „Johannesprolog” aufgeschlagen war, lagen.

Lukas oder Johannes?

„Zu Weihnachten wird häufig alleine das Lukasevangelium vorgelesen. Doch es gibt zwei Geburtsgeschichten. Und das Johannesevangelium ist für den 1. Weihnachtstag ausdrücklich vorgesehen”, erklärt Pfarrer Joachim Plattenteich, der die Idee zu dieser Darstellung hatte.

Während Lukas äußerst gegenständlich erzählt, ist der Johannesprolog sehr theologisch und philosophisch. Er beginnt mit der Zeile „Am Anfang war das Wort” und beschreibt die Menschwerdung Gottes. Jesus ist das Fleisch gewordene Wort Gottes und das Licht der Welt.

Bereits 1985 stellte der Geistliche eine Johanneskrippe in seiner damaligen Gemeinde in Odenkirchen auf. Im vergangenen Sommer entwickelte er die Idee, dies auch in St. Johannes Baptist zu tun.

„Mit viel Liebe”

Gebaut wurde die Krippe dann von Werner Pfeiffer, der „dies mit so viel Liebe tat, dass es ihm nach Fertigstellung fast leid tat, sie nicht in seinem eigenen Wohnzimmer aufstellen zu können”, schmunzelt Joachim Plattenteich.

Neben der Johanneskrippe, die in der Nacht zum 25. Dezember aufgebaut wurde, stand und steht natürlich auch eine traditionelle „Lukaskrippe” in der Pfarrkirche. „Wir konnten es den Kindern unserer Gemeinde nicht antun, auf sie zu verzichten”, erklärt der Pfarrer.

Auch im nächsten Jahr, so viel steht fest, werden beide Krippen die Hüchelner Gemeindemitglieder erfreuen.