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Blausteinsee-Projekt: Horst Rambau stellt Pläne für ein Seminarhotel vor

Blausteinsee-Projekt : Horst Rambau stellt Pläne für ein Seminarhotel vor

Die Eschweiler Steuerkanzlei Rambau & Ilgart möchte am Blausteinsee einen Veranstaltungskomplex mit 57 Zimmern bauen. Die jetzige Vision unterscheidet sich stark von der, die die Stadt 2017 präsentiert hatte.

Im Oktober 2017 waren Rudi Bertram und Hermann Gödde in München auf der Expo Real. Der Eschweiler Bürgermeister und sein Technischer Beigeordneter – der auch Geschäftsführer der Blausteinsee-GmbH ist – waren auf der internationalen Fachmesse für Gewerbeimmobilien, um einen Investor zu finden, der am Blausteinsee für viele Millionen ein Hotel baut. Es solle ein Komplex werden für Touristen und Tagungen. Zweieinhalb Jahre später stellt nun ein möglicher Investor sein Konzept vor. Es ist die Eschweiler Steuerkanzlei Rambau & Ilgart.

Was Horst Rambau und sein Kollege Frank Ilgart am See vorhaben, unterscheidet sich in seinem Anfangsstadium indes stark von der Vision, die die Eschweiler Delegation 2017 in München vorgestellt hat. Von einem Vier-Sterne-Hotel mit 150 Zimmern und gehobener Gastronomie für 18 Millionen Euro war damals die Rede, entworfen vom Eschweiler Architekturbüro Scholl. Die jetzige Idee hat ebenfalls Scholl zu Papier gebracht, skizziert sind aber bloß noch 57 Zimmer oberhalb des Seezentrums am dortigen Kreisel in einem dementsprechend kleineren Gebäude.

Nach Aussagen von Horst Rambau sei es nicht das Ziel, ein Wellnesshotel zu bauen. Auch eine eigene Gastronomie sei bis auf einen Frühstücksraum nicht geplant, sagte Rambau am Dienstag auf Anfrage dieser Zeitung. „Im Wesentlichen soll das Hotel, welches über mindestens drei großzügige Seminarräume verfügen wird, als Veranstaltungs- und Seminarhotel beworben werden“, heißt es in dem Konzept, das mit Blick auf den See natürlich auch eine Freizeitnutzung von Touristen vorsieht (Fitness- und Wellnessbereich sind geplant). Ihre Idee präsentiert die Steuerkanzlei am Donnerstag, 5. März, 17.30 Uhr, dem Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss.

Im Gespräch mit der Redaktion betonte Rambau, mit dem geplanten Hotel vor allem „Synergien“ schaffen zu wollen. „Wir wollen die Hotelllandschaft in Eschweiler positiv gestalten, aber kein Luftschloss bauen, sondern etwas Solides mit langfristiger Perspektive schaffen“, sagte Rambau einerseits. Andererseits sei das anvisierte Projekt ein Fortschritt für sein Unternehmen. An der Preyerstraße habe die Kanzlei ihre Kapazität erreicht, geeignete Grundstücke in der Innenstadt gebe es nicht. Das Areal am Blausteinsee sei daher ideal. Bislang halte die Kanzlei ihre Schulungen „regelmäßig in anderen Städten unseres Landes“ ab – ein eigener Komplex würde diese Praxis hinfällig machen.

Auf die Frage, wie viele Seminare die Kanzlei nach einer möglichen Realisierung des Projektes abhalten würde, sowie zu Investitionskosten und Projektdetails wie einem potenziellen Baustart macht Horst Rambau derzeit noch keine Angaben. Er sagte lediglich, dass er „vorsichtig gerechnet“ mit einer Hotelauslastung von 50 Prozent plane. Horst Rambau und sein Geschäftsartner wollen nach der Präsentation zunächst abwarten, was die Stadt zu dem Vorhaben sagt. Die Verwaltung weist in der Vorlage für den Ausschuss kommenden Donnerstag darauf hin: „Einer genaueren Prüfung (u.a. Planungsrecht, Bauordnungsrecht, Naturschutzrecht, etc.) durch die Verwaltung wurde die Entwicklungsstudie bisher nicht unterzogen.“ Eine Betreibergesellschaft für das Hotel ist noch zu gründen; eine Gesellschafterin stehe bereits fest, wie dem Konzept zu entnehmen ist.