Eschweiler: Heulen einer Sirene bald häufiger zu hören: Ausbau des Frühwarnnetzes

Eschweiler: Heulen einer Sirene bald häufiger zu hören: Ausbau des Frühwarnnetzes

Das Heulen einer Sirene kennen vor allem die älteren Indestädter. Bald wird es wieder häufiger zu hören sein. An 20 Standorten sollen ab dem Jahr 2018 die Warnsignale in Eschweiler ertönen. Die Installation der Anlagen hängt jedoch nicht alleine mit der Diskussion um die Atom-Reaktoren in Tihange und Doel zusammen, sondern das Signal soll auch auf Unwetter und Brände mit Giftgasentwicklung hinweisen.

Die Positionen der Anlagen sind mit Ausnahme im Ort St. Jöris klar, allerdings sind noch abschließende Gespräche mit Eigentümern zu führen. Die Stadtverwaltung geht nicht davon aus, dass Schwierigkeiten dergestalt entstehen, „dass ein Teil des Stadtgebietes sirenenmäßig gar nicht versorgt werden könnte“.

Zuständige Behörde

Finanziell bleibt sich Eschweiler aus der Tasche. Den Landeszuschuss für den Ausbau des Frühwarnnetzes hat die Indestadt an die Städteregion weitergeleitet. Die Summe beträgt insgesamt 53.587 Euro. Die Städteregion hat die Federführung als zuständige Katastrophenschutzbehörde übernommen. Mitarbeiter des beauftragten Ingenieurbüros begaben sich schon im März auf Rundreise durch die Stadt, um die genauen Standorte festzulegen.

Die Experten gehen davon aus, dass diese Aufteilung ausreicht, alle Menschen mit dem Alarm zu erreichen. Der Großteil der Sirenen wird auf städtischen Gebäuden installiert. Dies ist aber nicht in allen Fällen möglich, so dass auch private Immobilien genutzt werden müssen. Entsprechende Verhandlungen über „langfristige“ Nutzungsvereinbarungen seien noch nicht abgeschlossen, teilt die Stadtverwaltung mit.

Dennoch geht man im Rathaus davon aus, dass die ersten Anlagen im kommenden Jahr gebaut werden. Die Ausführungsphase könne „mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Städteregion Aachen im Jahr 2018 begonnen werden“. Beabsichtigt ist, dass nicht alle Kommunen gleichzeitig ausgestattet werden. „Es wurde eine Prioritätenliste erstellt, wonach die Stadt Eschweiler als eine der ersten Kommunen berücksichtigt werden dürfte“, teilt die Verwaltung mit. Es fehle allerdings noch der Beschluss der zuständigen Gremien in der Städteregion.

Die Sirenen sollen aus 4 bis 16 Hörnern bestehen und über eine Leistung von 600 bis 2400 Watt verfügen. Die Alarmierung mit der Sirene soll in folgenden Fällen erfolgen: Brände mit entstehenden giftigen Gaswolken, plötzliche Überschwemmungsgefahr in Tallagen, schwere Stürme und Orkane, Störfall im Kernkraftwerk Tihange und „sonstige unvorhersehbare Gefahren für die Bevölkerung“.

Ein auf- und abschwellender Ton von einer Minute Länge warnt vor Gefahren und weist darauf hin, das Radio einzuschalten. Ein Dauerton von einer Minute Länge gibt den Hinweis, dass die Gefahr vorüber ist. Einmal im Monat erfolgt eine Sirenenprobe mit einem zwischen fünf und zehn Sekunden anhaltenden Dauerton. Der Test kann laut Verwaltung in manchen Fällen auch nur quartalsweise vorgenommen werden.

Vor einigen Jahrzehnten war das Heulen einer Sirene noch üblich. Erst in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben sich Bund und Länder geeinigt, Warnungen an die Bürger über Rundfunk und Fernsehen zu verteilen. Da der Bund nicht mehr die Kosten für den Betrieb der Sirenen übernahm, wurden die meisten Geräte abgebaut — nur wenige Kommunen wie Monschau und die Gemeinden Roetgen und Baesweiler im Altkreis Aachen verzichteten auf den Abbau.

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