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Herzwoche: Mediziner klären über Vorhofflimmern auf

Patientenforum : „Ein schnelles Herz ist schlimmer als ein langsames Herz“

Für sie ist die Gesundheit ihrer Patienten Herzenssache – gerade weil sie das in ihrem Berufseid geschworen habe: Die Ärzte des St.-Antonius-Hospitals zeigten in der bundesweiten Herzwoche großes Engagement – und ganz besonders beim Patientenforum der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin im Kulturzentrum Talbahnhof.

Dessen Theatersaal war voll besetzt, als Chefarzt Professor Dr. Uwe Janssens zusammen mit seinen Oberärzten Julia Münch, Serdar Katurman und Ingo Maywald die Zuhörer – darunter viele Patienten, aber auch solche, die es nicht werden wollen – über das Thema „Vorhofflimmern“ informierte.

Zwei Details machen das Faszinierende an dieser Veranstaltung deutlich: die Bereitschaft, mit der die Zuhörer Details ihrer Krankengeschichte preisgaben und im Austausch dafür Informationen aus erster Hand erhielten, und das Vermögen der Gastgeber, ihr Wissen und ihre Erfahrungen in einer gerade Laien gut zugänglichen Sprache auszudrücken. Besonders griffig formulierte dabei Chefarzt Janssens: „Ein schnelles Herz ist schlimmer als ein langsames Herz“ und machte damit die besondere Dramatik des Vorhofflimmerns deutlich. Dass bei der Diagnose und Behandlung auch und gerade Mediziner mit ihrem ganzen Fachwissen trotzdem zu kurz greifen, gab der Klinikleiter ebenso unumwunden zu: „Vieles haben wir noch immer nicht verstanden.“

Die Art, Informationen zu transportieren, machte schon allein das Forum im Kulturzentrum mit Gleisanschluss zum Gewinn. Das andere Plus: In relativ kurzer Zeit packten die drei Referenten und der Moderator eine ziemliche Vielfalt von konzentrierten Informationen in ihre Vorträge und die regen Gespräche mit dem Publikum, die sich jeweils direkt an die Ausführungen anschlossen. Den Auftakt bestritt Julia Münch, die über Diagnostik und Prävention des Vorhofflimmerns aufklärte.

Kern ihrer Beschreibung der Krankheit: „Das Herz schlägt oft sehr schnell.“ Ursachen und Risikofaktoren, darunter auch schicksalhafte, nicht vermeidbare, zählte die Fachärztin gleichfalls auf: Neben genetischen Ursachen sowie dem Alter (Uwe Janssens: „Ab dem 50. Lebensjahr geht die Kurve steil nach oben.“) spielen Übergewicht und Alkoholkonsum eine Rolle. Münchs guter Rat zum Schluss: „Einen gesunden Lebensstil“ mit viel Bewegung zu pflegen – so könne einiges, aber nicht alles bewirkt werden.

Noch bevor Dr. Ingo Maywald die Rolle der Therapie mit Blutverdünnern erklärte, ging sein Kollege Dr. Katurman darauf ein, was wann das letzte Mittel der Wahl sei – die Behandlung mit Medikamenten oder ein Eingriff. In einer Beziehung schenkte er den Menschen im Saal direkt reinen Wein ein: „Es gibt keine Therapie, die das Vorhofflimmern für immer verschwinden lässt.“