Herrensitzung der KG Narrenzunft

Herrensitzung der KG Narrenzunft : Ein Halloween-St.-Martins-Intermezzo

Was passt zwischen Oktoberfest und Halloween? Wenn es nach der Narrenzunft Pumpe-Stich geht, ist es natürlich der Karneval.

Dieser hatte am Freitagabend Flattens Delio-Arena bereits fest im Griff, gut eine Woche bevor die Sessionseröffnungen in der ganzen Indestadt gefeiert werden, denn der Förderverein der KG Narrenzunft hatte wie bereits in den vergangenen Jahren mit seiner Herrensitzung nicht nur terminlich die Nase vorn, sondern dank prominenter Bühnenakteure auch programmtechnisch.

Nicht wenige der bestens amüsierten Herren dürften im Laufe des Abends bereits die Kartenbestellung für die nächste Herrensitzung im kommenden Jahr ausgefüllt haben. Die Flyer lagen schließlich auf allen Tischen und zeugten von der akribischen Planung des Fördervereins der Narrenzunft Pumpe-Stich, dessen Organisationsteam seit einigen Jahren die Herrensitzungen des Vereins plant und ausrichtet. Dass diese längst kein Geheimtipp mehr sind, bewies ein komplett gefüllter Saal bei Flatten, dessen Raumtemperatur mit dem Stimmungsbarometer am Freitagabend konkurrierte.

Während Dä Nubbel sowie Martin Schopps als Büttenredner des Abends mit markantem Wortwitz überzeugten und angesichts der Geräuschkulisse im Saal zu wahren Helden auf der Bühne mutierten, die „Höppekroetsch“ aus Weisweiler für den akrobatischen Teil des Programms verantwortlich zeichneten, waren es vor allem die musikalischen Bühneneinlagen, welche für Begeisterung sorgten: Nach der „Brass-Els-Kapelle“ der Gastgesellschaft KG Eefelkank aus Hastenrath verkörperte JP Weber, gebürtig aus „Köln-Süd-Süd-Süd“ („Ja jood, Bad Godesberch“), den kölschen Liedermacher à la bonne heure und ließ seine „Flitsch“ im Takt zu „Drink doch ene met“ wippen – Schunkelstimmung war angesagt.

„Schwerelos“, „Nur Do“ und ihre neue Single „För Dich“ im Gepäck zogen die vier Jungs von „Fiasko“ von Beginn an das Publikum auf ihre Seite. Mit fetzigem Rocksound und eingängigen Refrains brachte die Kölner Band frischen Wind in die Delio-Arena, den im weiteren Verlauf der Sitzung „Kuhl un de Gäng“ zum wahren Hitorkan ausbauen sollten. Bei „Ich han dä Millowitsch jesinn“ oder „Loss mer springe“ konnte es schließlich niemanden mehr auf seinem Sitz halten. Den furiosen Schlusspunkt setzten die an Schrägheit kaum zu überbietenden „Big Maggas“ aus Hamburg. Mit einem halbstarken Mopedrocker als Sänger, einem Björn-Borg-Verschnitt am Schlagzeug, einem keine Miene verziehenden Urgestein am Bass, einer Spaceversion von Angus Young an der Gitarre und einem Roboter, der an längst vergangene 80er-Jahre-Raumfahrtserien erinnert, schmetterte die verrückte Combo noch einmal mit ihrem begeisterten Publikum aus voller Brust „An der Nordseeküste“ und „Sierra Madre“, bevor die Saallichter kurz vor Mitternacht wieder angehen und die trink- wie singfreudigen Jecken in die Eschweiler Freitagnacht entlassen sollten, schließlich lockt in einer Woche schon die dampfende Äezezupp in den Kesseln der vielen Eschweiler Karnevalsvereine, nach einem kurzen Halloween-St.-Martins-Intermezzo.

(vr)
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