Eschweiler: Heimbüchel-Ausstellung zeigt vielfältige Werke

Eschweiler: Heimbüchel-Ausstellung zeigt vielfältige Werke

Sehr gut besucht war die Eröffnung der Heimbüchel-Ausstellung in der Raiffeisen-Bank — zurecht, denn die Schau beeindruckt durch Fülle und Vielfalt gleichermaßen. In Kooperation mit dem Eschweiler Kunstverein ist in der Bank ein faszinierender Auszug des Schaffens von Karl Theodor Heimbüchel zu sehen.

Die Ausstellung huldigt mit großer Bandbreite dem Eschweiler Künstler, der im vergangenen Sommer 100 Jahre alt geworden wäre. Stadtansichten mit Lokalkolorit wie „Eschweiler Markt um 1830“ sind ebenso vertreten wie Landschaftsbilder.

Bei abstrakten Werken, die Berührungspunkte mit der informellen Malerei aufweisen, steht die Struktur im Vordergrund, die sich teilweise auch in den Spätwerken wiederfindet, die Heimbüchel in der außergewöhnlichen Kunsttechnik Decalquage gefertigt hat. Bereits bestehende Bildinformationen übernahm Heimbüchel dabei etwa aus Zeitschriften oder Katalogen und schuf mit neuen eigenen Elementen collagenhaft einzigartige Bildkompositionen wie in dem Bild „Hochhäuser am Hang“. In dem Werk „Warenhaus am Sonntag“ ordnet sich fast fotorealistische Schaufensterzeile der monumental wirkenden Struktur der Fassade unter, „Leuchte mit Landschaft“ offenbart sechs Landschaftsbilder im Bild.

Weitere Motive sind unter anderem Kirchenfenster sowie imaginäre Landschaften und Stadtansichten, die von Heimbüchels Aufenthalt in Frankreich zeugen. Allen Werken gemein ist starke Anziehungskraft, die Heimbüchels Schaffen bis heute auf den Betrachter ausübt. Der Eschweiler Künstler, der einst sagte, „ein Bild lebt von dem, was es in seinem Betrachter auslöst“, hat immer noch internationalen Stellenwert. In der Einführung in die Ausstellung betonten Nadine Müllers, Vorsitzende des Eschweiler Kunstvereins, Gastgeber Johannes Gastreich, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Bank, und die Kulturausschussvorsitzende Helen Weidenhaupt in einem lockeren Gespräch den Stellenwert von Kunst und Kultur in und für Eschweiler.

Müllers beleuchtete in ihrer kurzweiligen Rede Leben und Schaffen des Künstlers, der spielerisch mit verschiedenen Techniken experimentiert und sein Selbstverständnis so ausgedrückt hat: „Erst wenn ich ein Ding zeichnen oder malen konnte, habe ich es begriffen.“ Die musikalische Untermalung der Vernissage zur Ausstellung „Karl Th. Heimbüchel — in memoriam“ gestalteten drei Gitarrenklassen der städtischen Musikschule Eschweiler unter der Leitung von Christian Guth. Mit passenden Stücken wie „Yesterday“, „Freude schöner Götterfunken“ oder „Greensleeves“ lieferten die jungen Instrumentalisten gekonnt einen würdigen Rahmen zur Ausstellungseröffnung.

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