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Aachen/Stolberg: Haushalt des Kirchenkreises ist ausgeglichen

Aachen/Stolberg : Haushalt des Kirchenkreises ist ausgeglichen

Die finanzielle Lage des Evangelischen Kirchenkreises Aachen ist angespannt, aber weniger dramatisch als die des Bistum.

Für das Jahr 2005 konnte der Kreissynode zu ihrer Herbsttagung in Stolberg ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden.

Er hat ein Volumen von 4,21 Millionen Euro (2004: 4,61 Millionen Euro). Der Jahresabschluss für 2003 weist gar ein Plus von rund 350.000 Euro aus.

„Wir sind in der gleichen finanziellen Situation wie das Bistum, schon seit Jahren”, erklärte Superintendent Hans-Peter Bruckhoff am Rande der Tagung.

„In diesem Jahr besonders mit einem Rückgang der Kirchensteuer um 19 Prozent gegenüber den Planungen. Aber wir sparen schon seit Mitte der 90er Jahre auf allen Ebenen - Gemeinden, Kirchenkreis und Landeskirche. Das heißt, viele schultern die Verantwortung und überlegen gemeinsam, was zu tun ist.”

Der strikte Sparkurs werde von allen mitgetragen, und bisher sei es gelungen, „dies in einer Gangart zu tun, die im Ganzen den Namen sozial verträglich verdient”.

So hat es im Kirchenkreis Aachen bislang keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben. Viele frei werdende Stellen werden allerdings seit Jahren nicht neu besetzt.

Und das führt, räumt Bruckhoff ein, dazu, „dass wir unseren Mitarbeitenden immer mehr abverlangen”.

An manchen Stellen müssten Aufgaben aufgegeben, Einrichtungen geschlossen werden. Ende des Jahres trifft es das Hromadka-Haus, „und damit wird endgültig ein wichtiges und gutes Kapitel synodaler Bildungsarbeit beendet sein”.

Derzeit wird auch noch nicht an den Verkauf von Kirchen gedacht, obwohl es in einigen Gemeinden erhebliche Probleme mit der Bauunterhaltung gibt.

So müsste die Kirchengemeinde Aachen rund 500.000 Euro für die dringend notwendige Sanierung der Dreifaltigkeitskirche aufbringen, was ihre Mittel übersteigt.

Eine Entscheidung über die Zukunft der Kirche ist jedoch bis zum Frühjahr zurückgestellt worden.

„Es wäre kurzsichtig zu meinen, „wir könnten das Bisherige genauso weiter führen, mit weniger hauptamtlich Mitarbeitenden, mit abnehmenden Kirchensteuern und mit strukturellen Veränderungen”, erklärte Bruckhoff vor der Kreissynode.

Das vertraute Gesicht der institutionellen Kirche verändere sich durch die krisenhaften Umbrüche. „Dafür müssen wir offen sein und gleichzeitig diese Übergänge möglichst verantwortlich mit und für alle Mitarbeitenden gestalten”, mahnte er.

Die Bereitschaft, sich dem zu stellen und neue Wege auszuprobieren, sei da. Dazu gehört auch der Versuch, mit Hilfe professioneller Agenturen über Fundraising neue Einnahmequellen zu erschießen. 30.000 Euro stellte die Kreissynode dafür als Anschubfinanzierung zur Verfügung.

Optimistisch stimmt Bruckhoff das große ehrenamtliche Engagement in den Kirchengemeinden. Und die Tatsache, „dass wir uns trotz aller Schwierigkeiten nicht nur mit uns selbst beschäftigen”.

So stand das Thema „Globalisierung und soziale Gerechtigkeit” im Mittelpunkt der zweitägigen Kreissynode. Und etliche Anträge beschäftigten sich mit Entwicklungshilfeprojekten, die den Gemeinden am Herzen liegen.

Turnusgemäß standen auch Wahlen zum Kreissynodalvorstand an. Superintendent Hans-Peter Bruckhoff (46) wurde von den 92 Delegierten bei sieben Gegenstimmen und vier Enthaltungen für weitere acht Jahre in seinem Amt bestätigt.

Neuer Skriba - und damit Stellvertreter Bruckhoffs - wurde Pfarrer Andreas Hinze (48) aus Stolberg.