Comedy im Talbahnhof: Hastenraths Will erklärt die Welt

Comedy im Talbahnhof : Hastenraths Will erklärt die Welt

Ein gemütlicher Samstagabend? Eine persönliche Talkshow? Ein wenig mutete es so an: Hastenraths Will vereinte in seiner Show im Talbahnhof Vieles und doch stand Eines im Fokus: die heitere Erklärung der Welt mit ihren ungezählten Kuriositäten.

Ein Geheimnis um die wahre Identität von Hastenraths Will blieb jedenfalls nicht verborgen. Irgendwann rückte der Landwirt mit der Sprache raus, als ihm der Co-Star der Show, Radiomoderator Sascha Lewandowski Fragen über Fragen stellte, die das Publikum bereits vor der Show niederschreiben konnte.
Saffelen ist der Ort, wo Will herkommt und wo er sich wohlfühlt – Saffelen im Selfkant, der westlichsten Region Deutschlands im Raum Heinsberg. Über das dortige Treiben wusste der Landwirt ebenso zu sinnieren wie über globalere Themen, die er wöchentlich in seiner Kolumne in der Rheinischen Post thematisiert.

So war das Comedy-Programm zweigeteilt. Zwei Hälften wurden von einer kurzen Pause unterbrochen, denn das „Gelernte muss sich ja erst einmal setzen“, wie Will offen zugab. In jeder Halbzeit kam es so einerseits zu den Vorträgen, mit denen der Bauer seine Kolumne präsentierte und jeweils als Herzstück zu den persönlichen Fragen, die Lewandowski stellte. Zum Zuge kam vor allem Zuschauerin Giselle, die als Glücksfee die Themen auswählte.

So analysierte Will einerseits seichtere Ereignisse mit dem Ibiza-Videoskandal, dem Günter-Jauch-Wein und dem Dschungelcamp, andererseits aber auch härtere Kost wie Cyberarmee, Brexit und Bundeswehr. Kurios, sonderbar und widersprüchlich waren die Angelegenheiten und Hastenraths Will erwies sich auch bei seinem Comedy-Programm als Allrounder.

Neben seiner Bühnenpräsenz ist seine Karriere mehrgleisig. Ob Reiseführer bei der Selfkant-Safari, rastloser Kommissar bei der Buchreihe um die Saffelner Dorfkrimis und eben Kolumnist und Comedian, vielseitig ist das Repertoire, das Will zu bieten hat. Naheliegend ist nach der anschaulichen Präsentation seiner Kolumnen die Zukunft als Nachrichtensprecher. Dass der „scharismatische“ Ortsvorsteher in dritter Generation trotz seiner Sprachdefizite die Geschicke rund um Politik, seiner Familie und seinem Hof lenkt, machte er in dem nahezu intimen Talk mit Lewandowski deutlich.

Und wie sollte es enden? Mit einer Zugabe und der anschaulichen Welterklärung durch Hastenraths Will, dass Bienen für den Menschen lebensnotwendig sind, im Gegensatz zu den radikalen Wespen und den trotteligen Hummeln.

(mah)