Eschweiler: Hallenbad wird in den Ferien aufpoliert

Eschweiler: Hallenbad wird in den Ferien aufpoliert

Dort wo sonst geplanscht und gekrault wird, ertönen derzeit Hammer und Winkelschleifer. In den Sommerferien wird das Hallenbad Jahnstraße auf Hochglanz poliert. Mehr noch: Die warmen Monate nutzt die Verwaltung, einige Reparaturen vorzunehmen.

Manche finden turnusgemäß einmal im Jahr statt, andere müssen wegen Schäden kurzfristig verrichtet werden. Über 92.000 Euro bezahlt die Stadt alleine in diesem Jahr dafür.

Die Arbeiten am bis zu 4,65 Meter tiefen Schwimmerbecken sind fast abgeschlossen. Dort standen diesmal keine Besonderheiten auf dem Programm. Wartungsfugen mit Silikonfüllung werden regelmäßig ausgetauscht. Auch die Tauchstreifen müssen einmal im Jahr erneuert werden, da sie vom chlorhaltigen Wasser zum Teil gelöst werden. Der Api-Ball, der sonst für Wellengang sorgt, ruht in seiner Verankerung. Bei ihm wird die gesamte Technik auf Herz und Nieren geprüft. Auch die Federung muss kontrolliert werden.

Diesmal größere Investitionen

„Es gibt viel zu tun — vieles davon ist Routine“, berichtet die Leiterin des Bäderteams bei der Stadt Eschweiler, Gabriele Korsten. In diesem Jahr sind allerdings wieder etwas größere Investitionen erforderlich. Die Edelstahl-Sprudelliegen im Nichtschwimmerbecken waren leck geschlagen und werden nun ausgetauscht. Dies schlägt mit satten 26.000 Euro zu Buche. Auch die neue Messsteuer-Regelung (28.000 Euro) und die neuen Brandschutzklappen (10.600 Euro) der Lüftungsanlage werden modernisiert. Diese Maßnahmen machen den Großteil der diesjährigen Kosten aus.

Was die üblichen Saisonarbeiten betrifft, so gab es vor allem vor dem Start eine Besonderheit: Da in der Jahnstraße Kanalarbeiten laufen, musste der Zeitpunkt abgestimmt werden, wann das Becken entleert wird. „Normale Mengen sind kein Problem, aber das Schwimmerbecken fasst insgesamt 960 Kubikmeter Wasser“, sagt Korsten. Innerhalb eines Tages war das Wasser aus dem Becken gepumpt, das seit der Renovierung und Umgestaltung im Jahr 1994 aus Edelstahl besteht. Ähnlich lange dauert das Befüllen, wobei Korsten und ihr Team immer einen Blick auf den Wasserdruck werfen. Zieht man zu viel Wasser aus dem Netz, spüren das die Häuser in der Nachbarschaft deutlich. Hinzu kommen noch etwa 250 Kubikmeter Wasser aus dem Nichtschwimmer und dem Baby-Becken.

Bisher läuft alles nach Plan, so dass voraussichtlich am 10. August die Kassen wieder an der Jahnstraße öffnen. Die Rutsche bekam ihren obligatorischen neuen Anstrich, marode Trennwände in Umkleidekabinen wurden ausgetauscht. Einige Arbeiten übernimmt die Stadtverwaltung in Eigenregie. Was die Wirtschaftsbetriebe Eschweiler und der hauseigene Elektriker nicht erledigen können, wird an Fremdfirmen vergeben. Die Grundreinigung bleibt Aufgabe des Bäderteams.

Dass das Hallenbad wegen der grundsätzlichen Arbeiten in den Sommerferien geschlossen wird, hat mehrere Gründe: Zum einen fällt dann kein Schwimmunterricht aus, zum anderen sind die Aktivitäten der Schwimmvereine erfahrungsgemäß reduziert. „Außerdem können die Schwimmer dann auf das Freibad Dürwiß ausweichen, das derzeit an jedem Tag in der Woche von 6 bis 20 Uhr geöffnet ist“, meint Gabriele Kosten. Dort seien die Becken schließlich beheizt und man könne im Warmen ins Becken steigen und an die frische Luft schwimmen. Dennoch mussten sich ihre Mitarbeiter auch Kritik gefallen lassen. Nicht jeder hat nämlich für die Sommerpause des Hallenbades Verständnis.

Kassenautomaten repariert

Etwas ramponiert sehen noch die Kassenautomaten und der Safe im Hallenbad aus. Sie waren bei einem Einbruch vor einigen Wochen stark beschädigt worden. Wie Helmut Friedrichs vom Amt für Schulen, Sport und Kultur bestätigt, könne man den Schaden allerdings beheben. Zum Start der neuen Saison jedenfalls sollen die Automaten wieder funktionstüchtig sein. Dann sind auch alle Schmierereien an der Fassade des Hallenbades verschwunden. Unbekannte besprühen immer wieder das Gebäude mit Farbe. Jahr für Jahr werden diese Stellen überstrichen.

Noch nicht geklärt ist hingegen, wer den Kiosk im Freibad und im Hallenbad in Zukunft betreibt. Sicher ist nur, dass es ein Betreiber sein soll: „Dies wäre auch nicht lukrativ, zumal der Freibadbetrieb stark vom Wetter abhängig ist“, sagt Korsten. Außerhalb der Wartungsschließung öffnet das Hallenbad nämlich immer dann, wenn die Außentemperaturen vor einem Besuch des Freibads abschrecken. Im September soll die Entscheidung fallen.