Förderung von Heimatprojekten: „Gute, spontane Projekte“ sind nicht teuer

Förderung von Heimatprojekten : „Gute, spontane Projekte“ sind nicht teuer

Was mit geschenkten 2000 Euro für ein Heimatprojekt so alles möglich ist, zeigt ein Beispiel aus dem Sauerland eindrucksvoll – und als positives Beispiel für die Orte in der Region. Acht Anmeldungen für diese Förderung kamen nun aus Eschweiler.

Wie NRW-Staatssekretär Jan Heinisch (Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung) erzählte, habe ein dortiger Verein für diese Summe Luftaufnahmen ihres Ortes gekauft. Die hatten die Aufklärungsflugzeuge der britischen Royal Air Force nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gemacht. Diese damaligen Luftaufnahmen gibt es von ganz NRW, an ihnen orientiert sich noch immer der Kampfmittelräumdienst bei Untersuchungen vor Bauarbeiten.

Der besagte Verein hatte diese Aufnahmen dann benutzt, um mit den Einwohnern über die Vergangenheit zu sprechen, über das, was daraus geworden ist, kurz: über ihre Heimat. „Gute spontane Projekte kosten in der Regel nicht mehr als 2000 Euro“, betonte Heinisch.

Diese Förderung gab es mit dem sogenannten Heimat-Scheck. Der ist eines von fünf Instrumenten der Heimatförderung, in die die Landesregierung bis 2022 insgesamt 150 Millionen Euro investieren möchte. Über die vielen Möglichkeiten, wie Vereine ohne große Bürokratie kleine Projekte rund um ihre Heimat und ihr Verständnis davon umsetzen können, informierten Staatssekretär Heinisch und Andrea Drossard von der Städteregion am Dienstagabend. 88 Anmeldungen lagen vor, davon waren acht aus Eschweiler. Klaus Fehr von der IG Röhe, die bereits einen Antrag positiv beschieden bekommen hat, war dabei Teil einer Gesprächsrunde. Und Martin Gruhlke vom Verein Berg Talbor (ebenfalls Röhe), der sich etwa in der Jugend- und Flüchtlingshilfe engagiert, nahm viel Positives mit. „Wir werden auf jeden Fall ein Projekt in Röhe umsetzen, aber was genau, müssen wir noch besprechen“, sagte Gruhlke.

Auch Franz-Josef Auer aus Neu-Lohn, der sich mit der KG Kirchspiel Lohn um eine Umgestaltung des Dorfplatzes bemüht, nahm Impulse mit, die es in den kommenden Wochen auszuloten gebe. „Es waren viele interessante Sachen dabei, was man mit der Förderung anstellen kann“, sagte Auer. „Zum Beispiel die Möglichkeit, die Kirche mit alten Bildern aus dem Ort zu bestrahlen, klingt interessant.“ Der Kontakt zur „Dorfkümmerin“ Andrea Drossard besteht bereits, über sie wurde das Projekt mit den RWTH-Studenten, die Vorschläge für die künftige Umgestaltung entwarfen, in die Wege geleitet.

Bislang seien 54 Anträge für den Heimat-Scheck aus der Städteregion eingegangen und bewilligt, NRW-weit sind 2176 eingegangen. Eine wichtige Bedingung: Das Projekt muss neu und einmalig sein, wiederkehrende Anlässe wie ein Dorffest werden nicht bezuschusst – aber heimatbezogene Projekte die zum Gelingen des Festes beitragen, wie etwa ein Film als virtuelles Museum über den Ort.

Ein Tipp, den Staatssekretär Heinisch mit der Erfahrung von bereits umgesetzten Projekten gab, war: „Wenn nachts Scheinwerfer auf Gebäude oder Objekte gerichtet werden, bemerken Bürger Dinge, die sie tagsüber nicht bemerken. Dinge, die es zu entdecken gibt, haben sich ja nie versteckt, sie sind da.“ Des Weiteren sei es wichtig zu wissen, dass Antragsteller Teile eines Großprojektes abkapseln können, um eine kleine Förderung mit dem Heimat-Scheck bekommen zu können.

Auskunft über die Heimatförderung gibt Andrea Drossard von der Städteregion unter: Tel. 0241/51982474, E-Mail: andrea.drossard@staedteregion-aachen.de.