Eschweiler: Gute-Laune-Southern-Rock: Stacie Collins gibt alles an der Harmonika

Eschweiler : Gute-Laune-Southern-Rock: Stacie Collins gibt alles an der Harmonika

Irgendwo an der mehrspurigen Kreuzung zwischen Rock, Blues und Country findet man normalerweise die US-Amerikanerin Stacie Collins. Die Sängerin mit der Blues-Harmonica machte am Dienstag einen kurzen Zwischenstopp an der eher beschaulichen Kreuzung Schnellengasse/Markt in Eschweiler, der achten Station ihrer insgesamt 38-Auftritte-Tour, die sie und ihre Band in diesem Sommer quer durch Europa führt.

„Wir sind also noch relativ frisch“, hielt sie dem Publikum im „Rio“ lachend entgegen, bevor sie ihre gut zweistündige Show aufs Bühnenparkett legte. Und um es gleich vorweg zu sagen: das Publikum brauchte nicht einmal sechzig Sekunden, um die sympathische Frau aus Oklahoma ins Herz zu schließen.

Druckvoller Southern Rock, ohne technische Mätzchen, dafür mit einer eingespielten Band und einer attraktiven Frontfrau — das klingt nach einem guten Rezept für gute Livemusik-Unterhaltung. Stacie Collins ist eigentlich ein musikalischer Spätentwickler, da sie erst mit 30 Jahren zur Harmonika griff.

Seit ihrem Umzug nach Nashville, wo sie einem renommierten Musikproduzenten begegnete, tourt sie auch regelmäßig durch Europa, um auch hier ihre Fangemeinde stetig zu vergrößern.

Das macht sie übrigens gemeinsam mit ihrem Mann und Bassisten Al Collins, der auch schon in der Alternativ-Countryband „Jason & The Scorchers“ den Viersaiter bediente.

Stacie Collins Musik lässt sich am besten mit Hilfe eines visuellen Klischees beschreiben. Stellen Sie sich also vor, Sie fahren in einem offenen, pinkfarbenen Cadillac auf der Route 66 bei angenehmem Fahrtwind dem Licht der untergehenden Sonne entgegen. Nichts passt dazu besser als die Geradeheraus-Gute-Laune-Southern-Rock-Musik von Stacie Collins. Das Ganze verkauft die ständig in Bewegung befindliche Rock-Dame auf der Bühne in enger Lederhose und mit Western-Hut recht authentisch, auch wenn miesepetrige Kritiker behaupten, das könne man vielleicht eineinhalb Schallplattenseiten, aber keinesfalls ewig aushalten.

Sportliche Einlage

Aber noch einmal: das Rio-Publikum reagierte weitaus dankbarer, als noch vor wenigen Wochen auf das solistische Gitarrengewitter von Greg Koch an gleicher Stelle. Collins zeigte zudem auch viel von ihrer sportlichen Seite, als sie spontan die Alu-Traversen im Rio erklomm und ein paar gymnastische Rock-Übungen in luftiger Höhe zeigte.

Das alles, während sie sang und Harmonika spielte, versteht sich. Das brachte ein wenig herzerfrischende Abwechslung ins Programm von „Blues meets Rock“, das ja nicht gerade als Konkurrenzveranstaltung von „Let‘s Dance“ gilt.

Stacie Collins jedenfalls tanzte sich derart in Rage, dass sie zwischenzeitlich sogar ihre Hose zu verlieren drohte. Aber nur beinahe.

(psi)
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