1. Lokales
  2. Eschweiler

Benefizkonzert: Gut fürs Ohr und gut für die Kinder

Benefizkonzert : Gut fürs Ohr und gut für die Kinder

Das Benefizkonzert des Lions-Fördervereins Eschweiler-Ascvilare ist ein voller Erfolg gewesen. Der Erlös wird dem guten Zweck zuteil.

Ein 100. Geburtstag verdient ein außergewöhnliches Geschenk. Ein solches präsentierten die Verantwortlichen des Lions-Fördervereins Eschweiler-Ascvilare den Liebhabern klassischer Musik bereits vor Jahresfrist, als das Sinfonieorchester der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Abteilung Aachen, unter der Leitung von Professor Herbert Görtz im Ratssaal eine umjubelte Konzert-Premiere in der Indestadt gab.

Am Sonntag folgte nun die freudig erwartete Rückkehr des Ensembles, das mit seinen mehr als 50 jungen Musikerinnen und Musikern dem indestädtischen Publikum in der sehr gut besuchten Dreieinigkeitskirche ein großartiges Programm bot und dabei durchaus mit der einen oder anderen Überraschung aufwartete, die für Staunen und Bewunderung bei den Zuhörern und -schauern sorgten.

Denn die Instrumentalisten hatten keineswegs nur Wohltaten für das Ohr im Gepäck. Nicht zuletzt Solist Liang Dong zog alle Blicke auf sich, als der Schlagzeug-Solist das „Concerto pour Batterie et Petit Orchestre“ von Darius Milhaud mit vollstem Körpereinsatz interpretierte.

Der 27-Jährige, der vor elf Jahren begann, die chinesischen Schlaginstrumente Bangu, Paigu und China Drum zu erlernen, im Alter von 18 Jahren den großen Schritt nach Deutschland wagte und im Oktober 2011 das Studium am Standort Aachen der Hochschule für Musik und Tanz Köln aufnahm, wirbelte in furiosem Tempo zwischen Trommeln aller Größen und Beschaffenheiten hin und her und faszinierte das Publikum spürbar. Doch damit nicht genug: Unmittelbar nach Verklingen des letzten Tons kündigte Liang Dong in hervorragendem Deutsch eine Freestyle-Zugabe an, um zu zeigen, „was am Schlagzeug so alles möglich ist“. Einige Minuten später wussten alle Konzertgäste dann, was der Solist gemeint hatte.

Voller Staunen und Bewunderung verfolgten die Gäste des Benefizkonzerts die Solo-Einlagen von Schlagzeuger Liang Dong. Foto: Andreas Röchter

Weich, melodisch, harmonisch

Womöglich weniger ungewöhnlich, dafür ausgesprochen feinfühlig, fiel Teil zwei des Konzerts aus: Das Ensemble und Solist Eryu Feng boten das Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart dar. Weich, melodisch, harmonisch und rhythmisch verspielt luden die Musiker zum Träumen ein, um im Hinblick auf das Finale der facettenreichen Komposition die Attribute „energisch“ und „stürmisch“ hinzuzufügen.

Nach der Pause erklang schließlich die Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36 von Ludwig van Beethoven, während der das nun in voller Stärke agierende Orchester seinen Klangkörper voll entfaltete und einen fulminanten Klangteppich in der Dreieinigkeitskirche ausbreitete. Dem euphorischen 1. Satz „Adagio molto - Allegro con brio“ folgten sowohl machtvolle wie verzweifelt anmutende Sequenzen, die womöglich einen Hinweis auf den Gemütszustand Beethovens geben, der das Werk in den Jahren 1801 und 1802 erschuf und währenddessen wohl seiner beginnenden Ertaubung gewahr wurde.

Das grandiose und von überschwänglicher Hoffnung auf Heilung geprägte Finale passte dann perfekt in die Grundstimmung des Benefizkonzerts des Lions-Fördervereins Eschweiler-Ascvilare: Das Publikum erhob sich dankbar von den Stühlen und spendete langandauernden Applaus. Die Vorfreude auf ein weiteres Wiedersehen mit den Musikerinnen und Musikern des Hochschulorchesters scheint darüber hinaus nicht vollkommen unrealistisch zu sein, zumal Dirigent Professor Herbert Görtz als am 11.11.55 (in Aachen) Geborener quasi naturalisierter Indestädter ist.

Meister seines Fachs: Violinist Eryo Feng. Foto: Andreas Röchter

Und Lions-Mitglied Johannes Gastreich gab den Besuchern noch einmal den grundsätzlichen Sinn des Konzerts mit auf den Heimweg: „Von Krieg und Gewalt gezeichnete Mädchen und Jungen erhalten die Chance, zu überleben. Dank Ihnen!“