Eschweiler-Neu-Lohn: Große Freude über das neue Therapiepferd am Lohner Hof

Eschweiler-Neu-Lohn: Große Freude über das neue Therapiepferd am Lohner Hof

„Ich habe während meines Geburtstags Spenden gesammelt und habe nicht damit gerechnet, dass so viel zusammen kommt“, freute sich Peter Stelter jetzt während der Übergabe des neuen Therapiepferdes. Er hatte anlässlich seines 60. Geburtstags den Mitarbeitern des Lohner Hofs ermöglicht, den neunjährigen Fjordwallach „Flip“ für ihr Reit- und Therapiezentrum auszusuchen.

Der Lohner Hof bietet nun schon seit fast zwanzig Jahren Therapeutisches Reiten durch qualifizierte Therapeuten auf besonders ausgebildeten Therapiepferden an.

Stattliches Alter erreicht

Aufgrund des langen Bestehens haben einige Pferde mittlerweile ein stattliches Alter erreicht und benötigen Entlastung. „Wir müssen den alten Bestand verjüngen, aber dies geht nur mit Spenden“, so der 1. Vorsitzende des Lohner Hofs, Heinz Brosig.

Peter Stelter setzte mit seiner Spende eine Tradition fort, die schon zuvor der Aachen-Laurensberger-Rennverein begründet hatte. Im Jahr 2003 hatte dieser dem Lohner Hof das Fjordpferd „Chio“ gespendet. Nach der Integration in die Herde, die auf der Wiese im Frühjahr erfolgt, um Rangkämpfe austragen und sich aus dem Weg gehen zu können, kann „Flip“ dann seine Ausbildung beginnen. Diese dauert drei Jahre und währenddessen wird er mit dem Therapiebetrieb vertraut gemacht.

Dabei spielt es eine große Rolle, dass das Pferd zuvor keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht hat; sonst ist es für die Ausbildung nicht geeignet. „Wir suchen uns die Tiere aus, um sie beim ersten Besuch auf verschiedene Kriterien zu testen. Die Schreckhaftigkeit wird geprüft, indem wir klatschen oder wir fassen die Pferde an Stellen an, die sie nicht unbedingt mögen, um zu wissen, ob sie Menschen zugewandt sind“, erklärte Claudia Schönborn, die Leiterin und Trainerin des Therapiezentrums.

Normalerweise kommen junge Tiere zum Lohner Hof, aber durch den etwas älteren „Flip“ hoffen die Therapeuten die Ausbildung verkürzen zu können. Insgesamt arbeiten sieben Therapeuten in den verschiedenen Therapiebereichen, wie der Hippotherapie oder dem pferdegestützten Coaching auf dem Hof. Dabei achtet der Vorstand des Lohner Hofs darauf, dass die Therapeuten eine bestimmte Ausbildung absolviert haben, um die Therapieeinheiten qualifiziert durchführen zu können.

Ausbildung auf dem Hof

Es wird aber auch auf dem Hof ausgebildet. Menschen mit Behinderungen können sich zum Pferdepfleger ausbilden lassen. Sie verpflegen die Tiere und helfen unter anderem während der Therapiesitzungen unter der Woche. An den Wochenenden kümmern sich die Stallhelfer um die Pferde.

Außerdem besitzt der Bauernhof ein Haus, welches an die Stallhelfer vermietet wird, um bei Problemen oder anderen Dingen direkt vor Ort zu sein. Jedoch decken die Therapien die Kosten nicht und somit ist das Zentrum auf Spenden, aber auch auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. Im vergangenen Jahr hatte der Lohner Hof mit Hilfe von 46 Freiwilligen an einem Tag alle Reparaturarbeiten erledigen können. Dies wird am 1. September wiederholt.

„Unser Hof bietet keine Elitetherapie an, die sich unsere Kunden nicht leisten können. Wir möchten auch Menschen mit weniger Geld die Möglichkeit bieten, unser Angebot zu nutzen. Sie haben bei uns eindeutig Priorität“, erläutert der 1. Vorsitzende.

(tcre)