Eschweiler: Große Bühne für Eschweilers Stars von morgen

Eschweiler: Große Bühne für Eschweilers Stars von morgen

EMF - das sind eben nicht nur die großen, klangvollen Namen. Dank des Konzeptes von Kulturmanager und Macher Max Krieger bedeutet EMF auch die einzigartige Chance für lokale und regionale Bands, einmal auf einer satten 25-Meter-Bühne musikalisches Lebensgefühl zu tanken.

In diesem Jahr teilen sich am EMF-Sonntag, dem 1. August, von 14 Uhr bis 16.30 Uhr fünf junge Gruppen auf dem Eschweiler Marktplatz dieses ganz besondere Gefühl.

„Wir liefern professionelle Technik im Großformat und schaffen ein attraktives Nachwuchsforum”, so Max Krieger am Donnerstag bei der Vorstellung der Bands. „Auch wenn unserem Bühnenmanager Lulu Castell bei dem Gedanken an fünf Bands in knapp zweieinhalb Stunden schwummrig wird - die Jungs sind diszipliniert und sorgen dafür, dass der Zeitrahmen eingehalten wird.”

Hinzu kommt, dass kein dummes Konkurrenzgehabe das gemeinsame Ziel stört. Die Bands spielen mit einer „Backline”, das heißt, sie teilen sich soweit möglich Verstärker und sonstiges Gerät auf der Bühne. Große Bühne, große Vorankündigung - fehlt eigentlich nur noch das passende Open-Air-Wetter, meinte auch Dieter Kamp am Donnerstag als Sponsoren- und Stadtvertreter und wünscht den jungen Leuten zum Komplett-Glück jetzt auch das richtig große Publikum.

Beginnen wird „Surrounding”, ein junges Quartett im Alter zwischen 16 und 22 Jahren, das sich erst zu Anfang des Jahres zusammengefunden hat. Gitarrist Maik Luu formulierte es so: „Wir sind ein echtes Spaßprojekt. Wir spielen keinen festen Stil, sondern vermitteln einfach gute Laune. Natürlich freuen wir uns schon riesig drauf, auf dem Marktplatz spielen zu können.”

Den Vier folgt „Shining Eyes”. Dahinter verbirgt sich das Gitarren-Duo Yannik Wirtz und Nik Sou. Die beiden Studenten hatten sich bei der Party eines Freundes getroffen und pflegen seitdem eine musikalische Philosophie zwischen „Shorts und Turnschuhen, luftigen Shirts und lässigen Käppis”. Das Duo, das eine Zeitung aus der Region schon mit dem Synonym „Gressenicher Beach Boys” belegte, covert Songs, spielt aber auch Eigenkompositionen. Diesen gangbaren Weg kennen auch Georg, Martin, Florian und Niklas von „One Step Forward”. Erstmal zusammenfinden, dann Lieblingssongs spielen und schließlich eigene Nummern komponieren. Schon 2007 beim Castlemania-Festival hatten die Jungs ihren ersten Auftritt. Seitdem haben „One Step Forward” nach eigenem Bekunden schon einige Bühnen in der Region gerockt.

Wo sind die Mädels?

Trotz ihrer jungen Jahre beinahe schon zu den alten Hasen darf man getrost „Ben Fortune” mit ihren Medien-Auftritten unter anderem bei EinsLive und Center TV rechnen. Ben (Gesang), Phil (Gitarre), Fred (Bass) und Moe (Schlagzeug) vertonen Liebe, Schmerz, Glück, Sehnsucht und die Probleme des Erwachsenwerdens im Gewand des gefühlvollen Rock und Pop. Die vier Musiker kennen sich schon seit ihrer Schulzeit. Einer ihrer Videoclips wurde auf einer Web-Plattform bereits hoch gehandelt. In Göttingen entstand mit dem Produzenten Markus Gumball (u.a. Guano Apes) eine professionelle Produktion, die im renommierten Sterling Sound Studio in New York gemastert wurde. Klingt richtig gut. Für Ben Fortune wie für alle anderen Bands gilt: Am Besten einfach mal bei MySpace einklinken und sich ein paar Songs anhören, als Appetitanreger sozusagen.

Den krönenden Abschluss machen übrigens „Carthago Archetype”, bei dem unter anderem Fabian Kamp die Indie- und Alternative-Fäden zieht. Auch hier sind die Mitglieder samt und sonders Eschweiler Gewächse. Aus gut unterrichteten Quellen haben wir erfahren, dass die Combo wohl eine neue CD aufgenommen hat. Mehr wird vielleicht am EMF-Sonntag bei „Jugend rockt” zwischen 14 und 16.30 Uhr zu erfahren sein, bevor der Hauptact „Jamaram” einige Songs aus dem brandneuen Album „Jameleon” über den Eschweiler Marktplatz schickt.

Ungeklärt bleibt allerdings die Frage, warum nur die Jungs mal wieder ausnahmslos die musikalische Nachwuchs-Fraktion bilden. Gibt´s in Eschweiler überhaupt Girl-Gruppen? Wenn das mal kein Fall für unsere Gleichstellungsbeauftragte ist.