Größter Wunsch: Ein Engagement

Größter Wunsch: Ein Engagement

Eschweiler (an-o/tob) - Traumberuf Schauspieler. Für Alexander Koll (23) aus Eschweiler soll genau dieser Beruf es sein. Nach langem Hin und Her hat er nun die Chance bekommen. Ab dem kommenden Monat beginnt für ihn die Ausbildung in Rostock.

Es war ein steiniger Weg für Alexander Koll bis zu einem Ausbildungsgplatz Seine Begeisterung für das Schauspiel entdeckte er recht spät: in der Jahrgangsstufe 12. Wie viele Mitschüler nahm auch Alexander am Literaturkurs teil. Aufs Städtische Gymnasium ging er seinerzeit.

Ein Rat des Lehrers

"Als der Kurs losging, wollte ich wie die meisten eine kleine Rolle haben und beim Bühnenaufbau helfen", erinnert er sich. "Aber dann habe ich eine Hauptrolle bekommen." So fing alles an. Sehr viel Spaß habe es ihm gemacht und gute Kritiken kamen noch dazu. Vor allem sein Lehrer Hans-Josef Dovern war begeistert und meinte gleich, er solle es ruhig beruflich versuchen. Lust hatte er schon, aber was blieb, war die Ungewissheit, ob er den Traum auch wirklich in die Tat umzusetzen konnte.

So leistete er zunächst seinen Zivildienst ab, ging ein halbes Jahr nach Australien und entschied sich schließlich für ein VWL- und Wirtschaftsgeographie-Studium. Aber schon gleich nach einem Semester merkte er, "dass es das nicht ist". Also zurück zur Schauspielerei. Zunächst einmal absolvierte Alexander ein Praktikum am Aachener Stadttheater. "Dort habe ich mal den Alltag von Schauspielern erlebt."

Nach weiteren Überlegungen und Gesprächen mit Freunden entschied er sich, es zu versuchen. Es folgte eine Geduldsprobe - und harte Arbeit. An sämtlichen Schauspielschulen bewarb er sich. Bei den ersten vier Schulen war jedes Mal in der ersten Bewerbungsrunde Schluss. Die Reisen und das Einüben von Theaterrollen, Liedern und Gedichten schienen vergebens. Aber er machte weiter. Und das zahlte sich aus. In Leipzig und Bochum kam er in die Endrunde, in Bochum scheiterte er schließlich nur denkbar knapp. Dann kam Rostock, Station Nummer sieben.

1200 Bewerber

Wie in jedem Semester gab es um die 1200 Bewerber, gerade einmal ein bis zwei Prozent erhalten einen der begehrten Ausbildungsplätze. Und nach insgesamt drei Bewerbungsrunden war Alexander endlich durch und einer von zwölf Glücklichen. Dass er mit Rostock eine der besten deutschsprachigen Hochschulen in dieser Fachrichtung erwischt hat, das erfuhr er erst später von anderen Schauspielern.

Mitte September beginnt das Studium für den 23-Jährigen. Nach acht Semestern, wenn alles klappt, hat er sein Diplom in der Tasche. Was genau er danach anfangen will? Da lässt er sich überraschen. "In diesem Beruf kann man nicht planen. "Mein Wunsch wäre natürlich ein festes Engagement in einem Schauspielhaus."

Mehr von Aachener Zeitung