Eschweiler: „Grenzen überschreiten” als Lebensmotto

Eschweiler: „Grenzen überschreiten” als Lebensmotto

Als kleines Mädchen saß sie vor mehr als 20 Jahren in der DDR und träumte davon, Grenzen zu überschreiten, Kosmonautin zu werden und in den Weltraum zu fliegen. Heute, mit 31 Jahren, hat Melanie Stütz unzählige Grenzen überschritten. Sie hat die ganze Welt bereist. In einem Gyrocopter.

Den hat sie mit ihrem Mann Andreas in Anlehnung an das Kinderbuch von Boy Lornsens liebevoll „Fliewatüüt” getauft.

Das Leben der jungen Frau, die im Herbst 1989 als Zehnjährige mit ihren Eltern das zusammenbrechende DDR-Regime hinter sich ließ und im Westzipfel der Republik ein neues Leben begann, ist eine von Millionen Geschichten, die 20 Jahre nach der Deutschen Einheit erzählt werden können. Und doch ist Melanie Stütz Weg ein besonderer, weil sie „Grenzen überschreiten” zu ihrem Lebensmotto machte.

Träume leben, Abenteuer bestreiten, wie man sie sonst nur aus Büchern und Filmen kennt - Melanie und Andreas Stütz können mit Fug und Recht behaupten, etwas Außergewöhnliches vollbracht zu haben. Mit seinem Gyrocopter hat das Piloten-Ehepaar in den vergangenen anderthalb Jahren alle fünf Kontinente bereist. Unzählige luftige Abenteuer, das Eintauchen in fremde Kulturen, der Kampf mit den Naturgewalten, die Begegnung mit den unterschiedlichsten Menschen.

Los ging es am 6. April 2009. Vom Flughafen Merzbrück starteten die Stütz die erste, 2200 Kilometer lange Etappe unter dem Titel „Jakobsflug”, die im nordspanischen Santiago de Compostela endete. Im Sommer setzten sie ihre Traumreise im südlichen Afrika fort. Im Tiefflug ging es über Elefanten-, Zebra- und Wasserbüffelherden. Zurück in Deutschland sind sie seit wenigen Wochen. „Pünktlich zum Oktoberfest”, sagt Melanie Stütz schmunzelnd.

Was bleibt, wenn man als ein kleiner Teil deutsch-deutscher Geschichte, als Weltreisende, als Abenteurerin mit dem Fliewatüüt auf das Heimatland blickt? „Eigentlich”, sagt sie, „geht es uns in Deutschland, ob Ost oder West, gut.” Vieles nähmen Menschen als selbstverständlich wahr: Sei es das Trinkwasser direkt aus dem Hahn oder das leckere Brot, wie es nirgendwo auf der Welt zu kaufen ist.

Aber auch Errungenschaften wie die Meinungs- und Pressefreiheit, die in der Bundesrepublik hochgehalten werden, preist die 31-Jährige. „Es ist etwas ganz Besonderes, was in den vergangenen 20 Jahren mit Deutschland passiert ist”, findet sie. Ihr Mann Andreas pflichtet ihr bei. „Deutschland ist einer der schönsten Flecken der Welt.”