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„Rock meets Blues“: Ghalia Volt begeistert mit traditionellem und progressivem Blues im Rio

„Rock meets Blues“ : Ghalia Volt begeistert mit traditionellem und progressivem Blues im Rio

Diese Dämonen verbreiten keine Angst und keinen Schrecken, sondern sind unglaublich cool, laid-back und versprühen die pure Blues-Lust: „Let the demons out“, mit ihrem aktuellen Album im Gepäck begeisterten die Singer-Songwriterin Ghalia Volt und die „Mama´s Boys“ das „Rock meets Blues“-Publikum am vergangenen Dienstag im „Rio“ restlos.

Es war die Stimme der jungen Bluessängerin, die zwischen honigsüßen und kriegerischen Gebrüll-Welten wandelt, die Bluesharp-Virtuose Johnny Mastro seinerzeit in New Orleans derart überzeugte, dass er die gebürtige Belgierin Gahlia Vauthier kurzerhand an die Spitze seiner Blues-Formation, dem „Mama’s Boys“ stellte. Das Ergebnis ist eine Band, die brennt, eine Formation, die harmoniert, eine Bluesmusik, die abhebt und nicht mehr auf den Boden der Tatsachen zurückkommt. „All the good things baby, they’re bad for you“, wenn Ghalia mit tiefer Stimme zum treibenden Sound ihrer Combo diese Zeilen raunt, geht der Blues durch wahrlich durch Mark und Bein.

Selbstgeschriebene Songs

Für die virtuosen Elemente sorgte beim Gig im „Rio“ neben Johnny Mastro an der Bluesharp vor allem „Smokehouse Browns“ Gitarrenspiel mit schier unendlichen Sololäufen. Während sich der geneigte Zuhörer beim Titelstück des neuen Albums „Let the demons out“ noch mitten in einem Tarantino-Film wähnt, kann er zum „4 am Fried Chicken“-Boogie die Beine nicht still halten. Mit Rob Lee an den Drums und Dean Zucchero am Bass verfügt Ghalia Volt schließlich über eine exzellente Musikerauswahl, die ihr den Weg für ihre ausschließlich selbst geschriebenen Songs über Liebe, Leidenschaft und Enttäuschungen bereitet. „I´m tellin´all you women: I don´t wanna be cheating on my man”, klare Ansagen sind dabei Gahlias vornehmliches Instrument, den Songs Tiefe und Eindringlichkeit zu vermitteln, verbunden mit ihrer einmaligen, bluesig-sonoren Stimme.

Bei „Addiction“ griff Ghalia Volt dann auch gerne selbst zu Bottleneck und Gitarre und bereicherte den Sound der Band, die sie ohne ihre Entscheidung, 2013 ihrer Heimatstadt Brüssel den Rücken zu kehren und in die Vereinigten Staaten zu gehen, wohl nie kennen gelernt hätte. Über Chicago, St. Louis, Memphis und Nashville fand die junge Sängerin ihren Weg in ihre heutige Wahlheimat New Orleans. Dank Johnny Mastro, der bereits im letzten Jahr mit seinen „Mama’s Boys“ in Eschweiler live zu erleben war, durfte nun auch das „Rock meets Blues“-Publikum die beeindruckende Performance von Ghalia Volt als musikalische Pendlerin zwischen dem traditionellen und progressiven Blues live erleben. Und wieder einmal zeigte sich, dass der Blues nicht nur zeit- und alterlos ist, sondern immer wieder Musiker aus aller Welt zusammen bringt und sich neu erfindet, so wie bei „Ghalia & Mama´s Boys“, die mit ihrem Auftritt in Eschweiler eine Mini-Europa-Tour starteten, die sie durch Deutschland, Frankreich und Norwegen führt.

(vr)