Eschweiler: Gewerkschaft IGBCE: Der „Bürgermeister von Dürwiß“ ist 70 Jahre dabei

Eschweiler: Gewerkschaft IGBCE: Der „Bürgermeister von Dürwiß“ ist 70 Jahre dabei

„Glück auf“, hieß es von Norbert Keutmann im Loft des Gasthof Rinkens. Der Ortsgruppenvorsitzende Dürwiß-Neu-Lohn-Kinzweiler der IG Bergbau — Chemie — Energie (IGBCE) freute sich, viele Gäste bei der Jubilarsehrung begrüßen zu dürfen. Vorher richteten noch Bezirksleiter Manfred Maresch und Bürgermeister Rudi Bertram ihre Festreden an die Gäste.

Für Maresch war es an der „Zeit, Dankeschön zu sagen“. Engagiert betonte er, dass es sich bei der IGBCE nicht um eine „Tarif-Maschine, sondern eine Solidargemeinschaft“ handelt und schließlich ist es dort „wie in einer Ehe“. Man steht dazu „in guten, wie in schlechten Zeiten“.

Auf die vergangene Landtagswahl konnte er nicht besonders freudig zurückblicken — besonders gegenüber der AfD äußerte er sich kritisch. „Sie spielt mit Ängsten“, merkte der Bezirksleiter an. Für ihn stellt sich nun auch die Frage: „Was wird aus dem Industrieland?“ Viele Weichenstellungen sieht er in den kommenden Jahren auf die Politik zukommen. Sowohl bei Arbeitnehmerrechten, als auch beim Umweltschutz will er, dass die IGBCE mitgestalten kann und „neue Kollegen gewonnen werden können“.

Im Hinblick auf die Jubilarehrung erinnerte Maresch an die bewegte Geschichte der IGBCE, die 1997 aus der Fusion der IG Papier-Chemie-Keramik und der Gewerkschaft Leder entstand. Dabei hatte er zu jedem der Jubilare eine kleine Geschichte vorbereitet. So erzählte er von der „Phase des Aufbaus“ vor 70 Jahren und den großen Hungerstreiks im Ruhrgebiet. Er erinnerte daran, wie vor 60 Jahren Arbeitnehmerrechte erkämpft worden und sich vor 50 Jahren die Gewerkschaft „von rechten Rattenfängern“ distanzierte, als man ein Verbot der Mitgliedschaft in der NPD aussprach.

Schließlich beendete er seine Rede mit der Erinnerung an die Zeit vor 25 Jahren, als der Grundstein für die Fusion zur IGBCE gelegt wurde und im Osten Deutschlands um die Arbeitsplätze gekämpft wurden.

Auch der erste Bürger der Stadt lobte den unermüdlichen Einsatz der Gewerkschaftler über die Jahre. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, auch den Nachwuchs auf die Bedeutung des Kampfes für Arbeitnehmerrechte hinzuweisen und das Engagement in Gewerkschaften und demokratischen Parteien zu fördern. Des Weiteren freute er sich über die „sehr gute Zusammenarbeit, die wir weiter pflegen sollten.“

Im Anschluss fand schließlich die Ehrung statt. Für 25 Jahre: Petra Klein, Josef Neicken, Hans-Peter Neubauer, Peter Ortlepp, Annemarie Schloesser. Für 40 Jahre: Wilfried Androw, Josef Beys, Horst Dickmeis, Günter Gorny Tillmann, Adolf Jussen, Ralf Keutmann, Heinz-Michael Raby, Annemarie Rothkranz, Günter Wimmer. Für 50 Jahre: Helmut Sensel. Für 60 Jahre: Heinrich Clermont, Hubert Schopp, Rainer Wick.

„Besonderer Wegbegleiter“

Eine besondere Ehrung wurde dem „Bürgermeister von Dürwiß“, Gottfried Dickmeis, zu Teil. Bereits seit 70 Jahren engagiert er sich für die Gewerkschaft und wurde auch von Rudi Bertram als „besonderer Wegbegleiter“ erwähnt.

Im Anschluss an die Ehrungen wurde auch auf das Familien- und Sommerfest hingewiesen, das am 9. Juli von 11 bis 17 Uhr auf der Sportanlage des SCB Laurenzberg stattfindet. Vor Ort erwartet die Gäste eine kostenlose Tombola, beste Verpflegung und auch Betreuung für Kinder. Für Mitglieder des IGBCE kostet der bunte Nachmittag fünf Euro, für Nicht-Mitglieder 15 Euro. Kinder (unter 14 Jahren) feiern gratis. Eine Anmeldung ist dringend erforderlich und kann an die E-Mail-Adresse keutmann@gmx.de erfolgen. Zudem erinnerten die Gewerkschaftler auch an die anstehende Bildungsreise in die Schwäbische Alb, für die noch mehr Mitfahrer aktiviert werden sollen.

Viele Aktivitäten rund um den IGBCE also, der auch in Zukunft weiterhin für seine Mitglieder da sein will.

(cheb)