Geschichtsverein Eschweiler: Besuch in Euskirchen und Lommersum

Geschichtsverein Eschweiler : Erst im Dornröschenschlaf, dann in der Blütezeit

Zu einer Halbtagesfahrt nach Euskirchen und Lommersum lädt der Eschweiler Geschichtsverein für Samstag, 30. März, ein. Treffpunkt ist der Parkplatz Jahnstraße (Schwimmhalle); die Abfahrt erfolgt um 12 Uhr.

Die Rückkehr ist für 19 Uhr geplant. Die Führung übernimmt Armin Meißner. Anmelden kann man sich ab sofort.

Euskirchen ist eine jener Städte, denen man ihre Geschichtsträchtigkeit erst auf den zweiten Blick ansieht. Die Geschichte der Stadt beginnt mit dem Jahr 1302. Damals fiel das Euskirchener Gebiet an Walram den Roten, Herr von Monschau-Valkenburg. Er legte mehrere Dörfer zusammen und benannte die neue Siedlung nach einem dieser Orte: nach Euskirchen. Im gleichen Jahr wurden die Stadt-, wenig später auch die Marktrechte erteilt. Schließlich ließ man eine imposanten Mauer um Euskirchen herum bauen, von der noch beträchtliche Teile erhalten sind. 1355 fiel die Stadt an die damalige Markgrafschaft Jülich. Zusammen mit Jülich, Düren und Münstereifel war sie eine der vier Landeshauptstädte. Ab dem 16. Jahrhundert versank die damals noch junge Stadt in eine Art Dornröschenschlaf,bis sie 1827 Kreisstadt wurde. Mit dem Eisenbahnanschluss ab 1864 begann eine zweite Blütezeit – vor allem die der Textilindustrie.

Trotz der Wunden des Zweiten Weltkriegs ist noch viel Historie sichtbar geblieben. Noch aus der Zeit vor der Stadterhebung stammt die Pfarrkirche St. Martin. Hier stand vielleicht schon in römischer Zeit ein Matronenheiligtum, ein Matronenstein im Inneren zeugt davon. Der heutige Bau stammt aus verschiedenen Bauphasen vom 12. bis 16. Jahrhundert, die trotz aller Stilunterschiede insgesamt ein harmonisches Bild ergeben.

Die Kirche beherbergt bedeutende Kunstwerke, etwa einen Taufstein aus dem 12. Jahrhundert, zwei Antwerpener Schnitzaltäre sowie ein Sakramentshaus aus dem frühen 16. Jahrhundert und vieles mehr.

Nicht weniger interessant ist die Geschichte des nahegelegenen Ortes Lommersum, dessen Kirche schon 837 bezeugt ist. Um 1120 entstand die heutige dreischiffige Basilika, gestiftet von Walram von Limburg. Lommersum ging wegen der Schlacht bei Worringen 1288 an Brabant, fiel 1404 an Burgund, 1477 an die Habsburger, nach der Erbteilung von 1555 an die spanische Seitenlinie. Daran erinnert noch das hübsche barocke „Spanische Rathaus“. Auch heute noch wird der Ort manchmal Kleinspanien genannt.

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