Eschweiler: Geschichtsverein besucht Kriegsschauplatz

Eschweiler: Geschichtsverein besucht Kriegsschauplatz

Der Eschweiler Geschichtsverein veranstaltet unter der Leitung des Vorsitzenden René Hahn am Samstag, 7. Juli, eine militärhistorische Wanderung auf dem sogenannten „Kall-Trail“.

Von Vossenack kommend, geht die Führung über das Kall-Tal, die Mestrenger Mühle hoch bis auf die Ebene nördlich von Kommerscheidt und wieder zurück nach Vossenack. Dabei werden anhand der noch vorhandenen Spuren die damaligen Abläufe der Schlacht vom 2\. bis 12\. November 1944 nachvollzogen.

Das Gelände ist stark abfallend und ansteigend, sodass festes Schuhwerk unbedingt erforderlich ist. Treffpunkt ist der Dorfplatz in Vossenack, Baptist-Palm-Platz in 52393 Hürtgenwald-Vossenack, um 14 Uhr. Die Anreise erfolgt mit dem eigenen Pkw. Die Kosten für die Führung betragen 5 Euro. Die Anmeldung erfolgt ab sofort bei René Hahn, Telefon 839181 oder E-Mail: hahnrene@gmx.de.

Hauptnachschubweg

Auf den Spuren der 28\. US-Infanteriedivison zeichnet diese Führung den Weg der Amerikaner in ihre größte Niederlage auf dem europäischen Kriegsschauplatz nach. Diese Wegführung, der sogenannten „Kall-Trail“, wurde von General Eisenhower im Herbst 1944 als Hauptnachschubweg für die „Allerseelenschlacht“ gewählt. Hier kam es zu erbitterten Gefechten zwischen Amerikanern und Deutschen, bei denen die Amerikaner von vorneherein im Nachteil waren.

US-Armee nicht vorbereitet

Die Verluste auf amerikanischer Seite — die amerikanischen Soldaten kämpften größtenteils in Sommerkleidung bei winterlichen Temperaturen und sie waren überhaupt nicht auf eine Kampfführung in den dichten und dunklen Wäldern der Eifel vorbereitet — lagen laut Bericht der 1. US-Armee für den Zeitraum vom 1. September bis zum 15. Dezember 1944 bei über 47.000 Toten, Vermissten und Verwundeten.

Hinzu kamen laut amerikanischer Berichterstattung noch einmal über 50\.000 Ausfälle durch „nicht kampfbedingte Ausfälle“ wie Grabenfuß, Erfrierungen, Lungenentzündung und psychischer Erschöpfung hinzu.

Noch heute ist die „Allerseelenschlacht“, auf amerikanischer Seite als „Battle for Schmidt“ bekannt, abschreckender Bestandteil der US-Generalstabsausbildung. Die Wanderung lässt an den Originalschauplätzen die damaligen Ereignisse Revue passieren.

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