Eschweiler: Geschichten vom Heimweh der kleinen Nuri

Eschweiler: Geschichten vom Heimweh der kleinen Nuri

Gemeinsam Wörter erfinden, sammeln, zeichnen, basteln und Musik aus ihnen machen. Das stand für 16 kleine Nachwuchsautoren am Montag und Dienstag in der Stadtbücherei auf dem Plan. Die deutsch-libanesische Kinderbuchautorin Andrea Karimé hatte allerlei spannende Geschichten und lustige Spiele für die Kinder im Rahmen einer interkulturellen Schreib- und Geschichtenwerkstatt vorbereitet.

Im Mittelpunkt stand ein mysteriöses Objekt aus einem der Bücher Karimés, „Kalim Baba und die Wörterlampe“, das sich „Kalimlarium“ nennt. Nach der Einführung in das geheimnisvolle „Kalimlarium“, einer wundersamen Scheibe, auf der alle Wörter und Zeichen der Welt eingeritzt sind, suchte die Autorin gemeinsam mit den Kindern für diese Wortdatenbank allerlei neue Wortschöpfungen zusammen. Diese konnten sich aus bestehenden Wörtern zusammensetzen (so kam beispielsweise das ulkige „Käsepferd“ zustande, was bei den Kleinen für spontane Lachausbrüche sorgte), aus anderen Sprachen übernommen und abgeleitet, oder komplett neu erfunden werden.

Fantasie keine Grenzen gesetzt

Dabei war der Fantasie der kleinen Nachwuchsautoren keine Grenzen gesetzt, und es entstanden viele neue Ausdrücke, die auch gleich auf einem auf dem Boden ausgebreiteten „Kalimlarium“ eifrig eingetragen wurden. Die Kinder, unter ihnen auch vier Flüchtlingskinder, hatten sichtlich großen Spaß daran, mit den Wörtern zu spielen, sie auf den Kopf zu stellen, ihnen neue Bedeutungen zu geben, sie in Sätze springen zu lassen und mit ihnen ihre eigenen kleinen Geschichten, Gedichte oder ganze „Wortkonzerte“ zu erschaffen.

Diese wurden natürlich direkt in vorher von den Kindern eigens vorbereiteten und fantasievoll bemalten kleinen Heftchen festgehalten. Jedoch wurde nicht nur gespielt, sondern auch vorgelesen. So erzählte die 1963 in Kassel geborene Autorin den Kindern die Geschichte „Nuri und der Geschichtenteppich“.

Diese handelt von einem Mädchen aus dem Irak, das sich nach einer langen Flucht in Deutschland wiederfindet und nun hier zur Schule geht. Die kleine Nuri beschreibt in der Erzählung in Briefen an ihre Tante ihr Heimweh und wie fremd sie sich in der neuen Umgebung fühlt. Doch ein geheimnisvoller Geschichtenteppich soll das bald ändern, und natürlich geht die Geschichte am Ende gut aus. Die Kinder waren begeistert und nahmen sicherlich viele neue Eindrücke (und Wörter) mit nach Hause.

(tim)
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