Eschweiler: Gesamtschule Waldschule auf den Spuren von Wildkatze, Molch & Co.

Eschweiler: Gesamtschule Waldschule auf den Spuren von Wildkatze, Molch & Co.

Der „moderne“ Mensch und die Natur: Gegensätze, die in Einklang zu bringen sind? Wissen und Verständnis über natürliche Vorgänge bringen natürlich Nutzen. Und die Vermittlung dieses Wissens kann in der Schule auch über die naturwissenschaftlichen Fächer hinaus geschehen. Das Bewusstsein für die Natur bei jungen Menschen zu schärfen, gehört deshalb zum Schulkonzept der Gesamtschule Waldschule.

Ob während des Unterrichts in zahlreichen Fächern oder in Ergänzungsstunden am Nachmittag, die Natur steht vor allem praxisbezogen immer wieder im Mittelpunkt. Für das Engagement innerhalb zahlreicher innovativer Projekte erhielten Schüler und Lehrer nun einen verdienten Lohn: Die Gesamtschule Waldschule trägt weiterhin das Zertifikat „Nationalparkschule“.

Die Bandbreite der Initiativen im „grünen Klassenzimmer“ auf dem bestens prädestinierten Außengelände der Waldschule ist groß: Sie reicht von Schmetterlings- und Bienenprojekten über den Reptilien-Steinhaufen sowie Insekten- und Igelhotels bis zum Anlegen eines Tümpels, an dem sich unter anderem Kröten und Molche angesiedelt haben, wie die Schüler Niklas Sushahyev, Joundi Mesgin Khedir, Philipp Maric und Cem Kaan Aratir zu berichten wissen.

Möglichst viel Praxiserfahrung

Doch auch im Nationalpark Eifel sind die Schüler der Gesamtschule Waldschule immer wieder aktiv. So heften sich die jungen Naturkundler bei von Rangern geführten Exkursionen an die Fersen von Wildkatzen oder lernen den Wald als ganzes besser kennen. „Unser Ziel ist es, den theoretischen Unterricht mit möglichst viel Praxiserfahrung zu ergänzen“, unterstreichen die für die Projekte verantwortlichen Lehrer Petra Beckmann und Patrick Frenkel.

Bereits seit 2009 trägt die Gesamtschule Waldschule als eine von insgesamt 54 Schulen im Einzugsgebiet des Nationalparks Eifel das Zertifikat „Nationalparkschule“. Seitdem besteht ein reger Austausch mit den Verantwortlichen des Nationalparks, aber auch mit Vertretern der anderen Schulen. „Wichtig ist, dass alle Beteiligten die Chance erkennen, voneinander lernen zu können“, ergänzt der stellvertretende Schulleiter Stefan Gerold, der genau wie Petra Beckmann und Patrick Frenkel überzeugt ist, dass das Gesamtprojekt an der Gesamtschule Waldschule noch lange Zeit einen beträchtlichen Teil des Schullebens ausmachen wird. „Das Repertoire an Ideen ist jedenfalls vorhanden“, so Petra Beckmann. Genau wie das Interesse und die Bereitschaft der Schüler, sich zu engagieren.

Wobei das Engagement über die Grenzen der Schule und des Nationalparks hinausgeht. „Wir gehen heute viel häufiger in den Wald als früher“, berichten Schülerinnen der sechsten Jahrgangsstufe. Warum? „Weil der Wald, wenn man etwas über ihn weiß, spannend ist“, so die einleuchtende Begründung.

(ran)
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